DFB-Pokal: Aus mit Ansage - DER SPIEGEL
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DFB-Pokal Aus mit Ansage

Nach der Pokalpleite in Magdeburg herrscht beim FC Bayern München Katzenjammer. Der Viertligist genießt den Triumph hingegen in vollen Zügen.
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Magdeburg - Erst flogen Steine gegen den Mannschaftsbus, dann setzte es auf dem Platz Prügel für den FC Bayern. "Ich bin maßlos enttäuscht", erklärte Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld nach dem peinlichen Pokalaus beim 1. FC Magdeburg. "Eine normale Leistung hätte gereicht. Unser Gegner hat dagegen an den Sieg geglaubt und alles gegeben." Auch Manager Uli Hoeneß zollte dem Viertligisten Respekt, der vor 26.000 Zuschauern mit 5:3 nach Elfmeterschießen gewonnen hatte: "Kompliment, die haben gekämpft wie die Wahnsinnigen."

Dabei hätte der Deutsche Meister gewarnt sein müssen. Magdeburg hatte bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals mit dem 1. FC Köln einen Erstligaklub aus dem Wettbewerb gekegelt. Nationalspieler Jens Jeremies, der im Osten sein Fußball-Handwerk erlernte, war schon vor der Partie etwas mulmig gewesen: "Wenn wir nicht aufpassen, erleben wir unser blau-weißes Wunder."

Genau so kam es. Der dreifache DDR-Meister war über die gesamte Spielzeit engagierter und ließ auch in der Verlängerung nicht nach. "Von einem Deutschen Meister verlange ich mehr Kampfgeist und Einsatz", urteilte Magdeburgs Trainer-Legende Heinz Krügel, 1974 mit dem 1. FC Europapokalsieger. Keeper Miroslav Dreszer, der mit den gehaltenen Strafstößen von Jens Jeremies und Giovane Elber den Triumph der Amateure gesichert hatte, analysierte keck: "Nach der Verlängerung hatten wir doch ohnehin schon gewonnen. Die Bayern hatten beim Elfmeterschießen weiche Knie."

Für den Amateurclub, der gerade ein Insolvenzverfahren überstanden hat, war die Pokal-Sensation auch finanziell ein großer Erfolg: Eine Million Mark aus Live-Übertragung und Kartenverkauf kassierten die Sachsen-Anhaltiner und hoffen nun auf einen weiteren Zahltag in der nächsten Runde. Vorerst herrscht jedoch wieder Alltag: Am Sonntag muss der Oberliga-Spitzenreiter beim FC Anhalt Dessau ran.