DFB-Pokal Ausbrechen aus dem Alltag
Hamburg - Der Sieg im Elfmeterschießen gegen Rekordmeister Bayern München machte sie zu Pokalhelden, doch im viertklassigen Alltag finden sich die Kicker des 1. FC Magdeburg seither nicht mehr so gut zurecht. So kämpft der einstige Europapokalsieger der Pokalsieger nur noch als Oberliga-Zweiter am Dienstag (19.30 Uhr) gegen den Karlsruher SC um den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals.
"Einigen ist der Sieg gegen die Bayern zu Kopf gestiegen. Die dachten, man kann jetzt in der Oberliga mit 80 Prozent Einsatz gewinnen, das geht nicht", wettert Trainer Eberhard Vogel über die Einstellung mancher Spieler. Die Gäste hingegen sind nach ihrem Cup-Erfolg gegen den Bundesligisten Hamburger SV nicht abgehoben, sondern haben in der Regionalliga Süd standesgemäß den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters eingefahren.
Natürlich steht bei den Badenern die Rückkehr in die 2. Liga im Vordergrund, doch Coach Stefan Kuntz misst auch dem nationalen Pokal eine große Bedeutung bei: "Die Mannschaft hat durchaus bemerkt, dass sie durch Pokalerfolge bundesweit Beachtung findet. Deshalb ist es unser klares Ziel, im Wettbewerb zu bleiben. "Um dies zu erleichtern, schonte der Ex-Nationalspieler am vergangenen Wochenende beim 1:1 bei den Sportfreunden Siegen gleich sieben Stammspieler.
Rund 12.000 Zuschauer werden im Magdeburger Ernst-Grube-Stadion erwartet, von solchen Zahlen kann man beim 1. FC Union Berlin nur träumen. Der Tabellenführer der Regionalliga Nord darf gegen Bundesliga-Absteiger SSV Ulm 1846 mit maximal halb so vielen Besuchern rechnen. Eine in der "Alten Försterei" im Bau befindliche Flutlichtanlage ist noch nicht nutzbar, daher muss der Anpfiff schon um 13.00 Uhr erfolgen.
Für Union-Präsident Heiner Bertram ist die Partie aber in erster Linie ein sportlicher Härtetest, denn der Traditionsverein, der in den ersten beiden Runden die Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen (2:0) und Spielvereinigung Greuther Fürth (1:0) ausschaltete, hat mittelfristig hohe Ziele: "Die Zweite Bundesliga sehe ich als Durchgangsstation, Berlin verträgt nach Hertha BSC einen zweiten Erstligisten."
Eindeutig verteilt sind die Rollen in Wolfsburg, wo der Bundesligist (19.30 Uhr) den zweitklassigen MSV Duisburg empfängt. Die Niedersachsen, Pokalfinalist des Jahres 1995, wollen die vermeintlich günstige Auslosung nutzen und so die Runde der letzten acht erreichen. VfL-Manager Peter Pander: "Über den DFB-Pokal ist es nach wie vor am leichtesten, sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren."
Von Andreas Frank, sid