DFB-Pokal Hertha BSC versagten die Nerven
Hamburg - Bei den drittklassigen Amateuren von Holstein Kiel, Tabellenletzter der Regionalliga Nord, verlor der Ligapokalsieger Hertha BSC in der ersten Hauptrunde mit 0:3 im Elfmeterschießen. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 1:1 (1:1, 0:1) gestanden. Damit wartet die Mannschaft von Trainer Huub Stevens, in den beiden vergangenen Jahren mit Schalke 04 Pokalsieger, weiter auf den ersten Pflichtspielsieg der neuen Saison. Für Hertha verschossen im Elfmeterschießen Roberto Pinto, Andreas Schmidt und Michael Hartmann. "Wir sind jetzt natürlich stinksauer, aber eine Trainerdiskussion in Berlin lasse ich nicht zu", versuchte Hertha-Manager Dieter Hoeneß Kritik am neuen Trainer Stevens zuvorzukommen.
Vor 9300 Zuschauern im Holstein-Stadion waren die Platzherren 45 Minuten lang ein gleichwertiger Gegner und gingen 60 Sekunden vor dem Pausenpfiff durch einen Kopfball von Matthias Rose verdient in Führung. Acht Minuten nach Wiederbeginn war Hertha-Kapitän Michael Preetz, ebenfalls per Kopfball, zum 1:1-Ausgleich erfolgreich.
Die in der Bundesliga noch sieglosen Gäste fanden über weite Strecken auch in Kiel nicht zu einer erstligareifen Form. Die Herthaner enttäuschten insbesondere in der Offensive, wo speziell Brasiliens Weltmeister Luizao ein Totalausfall war und in der 71. Minute durch Roberto Pinto ersetzt wurde. Nationalspieler Marko Rehmer musste sein Saisondebüt schon in der Halbzeitpause wegen einer klaffenden Augenbrauenverletzung beenden.
Knapper Sieg für Leverkusen
Weltmeister Lucio bewahrte Bayer Leverkusen vor einer weiteren Blamage. Der Brasilianer erzielte beim 1:0 (1:0)-Erfolg beim Regionalligisten Rot-Weiß Essen den entscheidenden Treffer nach 24 Minuten und bescherte dem Vizemeister im vierten Pflichtspiel der Saison den ersten Sieg.
Vor 22.000 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Stadion an der Hafenstraße war Bayer allerdings erneut weit von seiner Klasseform aus der Vorsaison entfernt. Wie schon bei der 2:4-Niederlage gegen den VfL Bochum enttäuschte der Champions-League-Finalist aber sowohl spielerisch als auch kämpferisch.
Bielefeld und 1860 München in Torlaune
Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld verbuchte einen 5:0 (2:0)-Sieg bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Saarbrücken und zog damit problemlos in die zweite Pokal-Runde ein. Vor 1850 Zuschauern im FC-Sportfeld hatte der Oberliga-Aufsteiger der Arminia lediglich aufopferungsvollen Kampf entgegenzusetzen. Das reichte allerdings nur 22 Minuten, ehe der Jugoslawe Rade Bogdanovic mit einem Drehschuss aus zwölf Metern für
die Führung sorgte. Kurz vor der Pause sorgte Sturmkollege Arthur Wichniarek (43.) mit einem Seitfallzieher für die Vorentscheidung. Die beiden Verteidiger Torjus Hansen (57.) und Bastian Reinhardt (62.) sowie Mamadou Diabang (79.) machten schließlich den deutlichen Erfolg des Favoriten perfekt. Sein Debüt im Trikot der Arminia feierte der südkoreanische Nationalspieler Cha Du-Ri, der in der 61. Minute eingewechselt wurde.
Beim 7:0 (1:0)-Kantersieg von 1860 München bei den Amateuren von Alemannia Aachen war Bundesliga-Torschützenkönig Max der "Mann des Tages". Der Stürmer traf gleich viermal (25./61./67./78.). Die weiteren Tore erzielten der Brasilianer Rodrigo Costa (54.), U21-Nationalspieler Benjamin Lauth (66.) und Markus Weissenberger (89.).
Die in der Oberliga Nordrhein noch sieglosen Amateure feierten trotz der am Ende deutlichen Niederlage eine insgesamt gelungene Premiere im DFB-Pokal und wurden von den rund 3000 Zuschauern entsprechend gefeiert.
Erfolgserlebnis für Lautern
Der krisengeschüttelte 1. FC Kaiserslautern setzte sich beim fünftklassigen Hamburger Verbandsligisten USC Paloma in der ersten Runde des DFB-Pokals leicht und locker mit 5:0 (2:0) durch. Vratislav Lokvenc (19., 36.), Miroslav Klose (54., 85.) und Mario Basler (62.) erzielten die Treffer für den Erstligisten, der nach der Entlassung Brehmes von Interimscoach Karl-Heinz Emig betreut wurde.
Trotz großen kämpferischen Einsatzes vor der Vereins-Rekordkulisse von 7719 Zuschauern im Stadion des FC St. Pauli am Millerntor war der Klassen-Unterschied doch zu groß. Vor allem bei Standardsituationen waren die Pfälzer klar überlegen. So fielen die ersten drei Treffer jeweils nach Kopfbällen im Anschluss an zwei Ecken und einen Freistoß.
Hansa Rostock siegte bei den Amateuren des FSV Mainz 05 mit 2:0 (1:0) und bleibt damit in dieser Saison weiter ohne Niederlage und Gegentor. Gegen den Zweiten der Oberliga Südwest, der im vergangenen Jahr in der ersten Runde gegen Borussia Mönchengladbach erst nach Elfmeterschießen ausgeschieden war, trafen Jochen Kientz (26.) und Bachirou Salou (64.) für die Rostocker. Vor 3000 Zuschauern im Bruchwegstadion taten sich die Rostocker allerdings insgesamt äußerst schwer.
Wolfsburg und Gladbach im Glück
Der VfL Wolfsburg entging nur knapp einer Blamage. Die Mannschaft um den schwach spielenden Neuzugang Stefan Effenberg siegte vor 3500 Zuschauern beim Südwest-Oberligisten FSV Salmrohr glücklich mit 2:0 (0:0), knüpfte aber trotz des Einzugs in die zweite Runde an die bislang enttäuschenden Auftritte in den ersten drei Bundesliga-Partien an.
Erst nach einer guten Stunde gingen die Gäste durch den Argentinier Diego Klimowicz (59.) nach Vorlage des kurz zuvor eingewechselten Tomislav Maric in Führung. Den zweiten Treffer erzielte Miroslav Karhan (82.). "Die Leistung heute interessiert mich überhaupt nicht. Hauptsache wir sind in der nächsten Runde und nicht zum Gespött der Bundesliga geworden", kommentierte VfL-Trainer Wolfgang Wolf.
Borussia Mönchengladbach setzte sich mit 1:0 (1:0) beim Nord-Regionalligisten SV Babelsberg 03 durch und verdankte den Einzug in die nächste Runde des DFB-Pokals vornehmlich der Abschlussschwäche der kämpferisch überzeugenden Gastgeber. Den Treffer des Tages in der 34. Minute erzielte Markus Hausweiler vor 6419 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion mit einem Schuss aus über 30 Metern.