DFB-Pokal: Osnabrück blamiert den HSV - DER SPIEGEL
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Zweite Pokal-Runde: HSV nervenschwach, St. Pauli im Pech

Foto: Krafft Angerer/ Bongarts/Getty Images

DFB-Pokal Osnabrück blamiert den HSV

Favoritensterben im DFB-Pokal: Der HSV ist im Elfmeterschießen am Drittligisten VfL Osnabrück gescheitert. Auch die Bundesligisten Berlin, Freiburg und Leverkusen verloren gegen unterklassige Gegner. Köln besiegte Meister Wolfsburg, Stuttgart schrammte in Lübeck an einer Blamage vorbei.
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Hamburg - Bundesliga-Spitzenreiter Hamburger SV hat sich drei Tage vor dem Gipfel gegen Bayern München am Samstag (18.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in der zweiten Runde des DFB-Pokals kräftig blamiert. Das Team von Trainer Bruno Labbadia scheiterte durch ein 2:4 im Elfmeterschießen beim Drittligisten VfL Osnabrück. Nach Verlängerung hatte es 3:3 (2:2, 0:0) gestanden.

Gefeierter Held des Außenseiters war Torwart Tino Berbig, der den Elfmeter von Robert Tesche entschärfte. Danach trafen alle seine Team-Kollegen, Mladen Petric setzte den entscheidenden Schuss dagegen nur an den Pfosten. Niels Hansen (52.), Benjamin Siegert (67.) und Henning Grieneisen (116.) hatten den Außenseiter ins Elfmeterschießen geführt.

Petric (77.) und Piotr Trochowski per Handelfmeter in der Nachspielzeit (90.+3) erzielten die Tore für den HSV vor der Verlängerung, in der Guy Demel (100.) sogar zur zwischenzeitlichen Führung für die Gäste traf. "Das ist schon sehr enttäuschend, dass man hier ausscheidet. Das haben wir uns ganz klar selbst zuzuschreiben. Wir haben heute insgesamt zu wenig getan", sagte Nationalspieler Trochowski.

Auch Leverkusen, Freiburg und Hertha ausgeschieden

Am Mittwoch verpassten neben dem HSV noch drei weitere Bundesligisten den Sprung ins Achtelfinale. Bayer Leverkusen schied überraschend nach einem 1:2 (0:1) beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern aus. Die Tore für den FCK erzielten Sidney Sam (12.) und Erik Jendrisek (62.), Bayer kam erst vier Minuten vor dem Ende durch Theofanis Gekas zum Anschlusstreffer.

Auch Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg hat sich bei einem Zweitligisten aus dem Pokal verabschiedet. Die Mannschaft von Trainer Robin Dutt verlor beim FC Augsburg 0:1 (0:0). Augsburg reichte eine Durchschnittsleistung und ein Treffer von Daniel Brinkmann (63.), um erstmals seit 16 Jahren das Achtelfinale zu erreichen. "Ich bin mehr als enttäuscht", sagte Dutt: "Augsburg war besser, deshalb haben sie verdient gewonnen."

Für Trainer Lucien Favre brechen in Berlin schwere Zeiten an. Hertha BSC unterlag ebenfalls bei einem Zweitligisten. Das Tabellenschlusslicht der Bundesliga scheiterte nach einer lange Zeit erschreckend schwachen Vorstellung beim TSV 1860 München 1:4 im Elfmeterschießen. Nach 90 Minuten hatte es 2:2 (1:0) gestanden. "Wir hatten viele Torchancen, die wir aber leider nicht genutzt haben. Wenn ich mir heute die zweite Halbzeit anschaue, können wir jedoch optimistisch sein", sagte Favre.

In der zehnten Minute geriet Hertha durch ein Eigentor von Rasmus Bengtsson in Rückstand. Einen Eckball des Münchners Sandro Kaiser unterlief Ersatzkeeper Sascha Burchert, der für den verletzten Jaroslav Drobny zwischen den Pfosten stand. Von Bengtssons Oberschenkel sprang der Ball zum 0:1 ins Tor. In der 50. Minute erzielte Kenny Cooper mit einem Schuss von der Strafraumgrenze das 2:0.

Die Berliner kamen durch die Tore von Adrian Ramos (76.) und Waleri Domowtschiski (80.) zum Ausgleich. In der Verlängerung fielen keine Tore. Im Elfmeterschießen wurde dann ausgerechnet der frühere Berliner Gabor Kiraly zum Helden der Löwen. Der Torhüter parierte zwei Elfmeter und sicherte seinem Team damit den Einzug ins Achtelfinale.

Stuttgart und Werder zittern sich ins Achtelfinale, Köln schlägt Wolfsburg

Mit letzter Kraft hat der VfB Stuttgart eine drohende Blamage vermieden. Das Team von Teamchef Markus Babbel drehte ein 0:1 beim Viertligisten VfB Lübeck dank dreier später Tore in ein 3:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung. Ein früher Treffer von Bastian Henning (6.) lähmte den Champions-League-Teilnehmer über weite Teile des Spiels.

Der krasse Außenseiter spielte sich vor 16.500 Zuschauern an der Lohmühle dagegen phasenweise in einen Rausch. Dennoch gelang Julian Schieber (77.) der späte Ausgleich. Sami Khedira erzielte für Stuttgart schließlich das erlösende 2:1 in der Verlängerung (109.). Cacau machte dann drei Minuten vor dem Abpfiff alles klar. "Lübeck hat uns alles abverlangt", sagte Babbel: "Man kann hinfallen, muss aber wieder aufstehen. Das hat die Mannschaft sehr gut umgesetzt."

Werder Bremen kann dank Naldo weiter von der erfolgreichen Titelverteidigung im DFB-Pokal träumen. Das Team von Trainer Thomas Schaaf kam in der zweiten Runde durch ein spätes Tor des Brasilianers (82.) zu einem mühsamen 2:1 (1:0) gegen den Zweitligisten FC St. Pauli. "Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht. Wir hätten das Spiel viel früher für uns entscheiden müssen", sagte Schaaf.

Vor 31.824 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion brachte Aaron Hunt die Gastgeber, die in der Startformation neben dem angeschlagenen Nationalspieler Mesut Özil (Knieprobleme) auch auf die Leistungsträger Claudio Pizarro und Marko Marin verzichtet hatten, in der 28. Minute in Führung. "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht teilgenommen. Da hatten meine Jungs zuviel Respekt und haben nicht mutig genug Fußball gespielt", sagte St. Paulis Trainer Holger Stanislawski.

Charles Takyi (75.) erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich, den 9000 mitgereiste St. Paulianer schon wie einen Sieg feierten. FC-Stürmer Marius Ebbers hatte Takyis Treffer mit einem sehenswerten Fallrückzieher vorbereitet. Naldo beendete St. Paulis Druckphase dann mit dem entscheidenden Tor. "Auch wenn wir in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, dass wir Fußball spielen können: Bremen hat verdient gewonnen", sagte Takyi nach der knappen Niederlage.

Köln atmet nach Sieg gegen Wolfsburg auf

Durch eine 2:3 (0:2)-Niederlage beim 1. FC Köln ist auch der VfL Wolfsburg bereits in der zweiten Runde ausgeschieden. Mann des Abends war der Kölner Stürmer Manasseh Ishiaku. Der Nigerianer, der zuvor seit 283 Tagen kein Pflichtspieltor geschossen hatte, leitete mit seinen Treffern in der 22. und 32. Minute den Kölner Sieg ein.

In einer zwischenzeitlich turbulenten zweiten Halbzeit trafen zwar Edin Dzeko (54.) und Sascha Riether (66.) für den VfL, Sebastian Freis war aber zum zwischenzeitlichen 3:1 erfolgreich (65.). Wolfsburg verlor zudem Marcel Schäfer in der zweiten Minute der Nachspielzeit durch eine Gelb-Rote Karte wegen Meckerns. "Für die Zuschauer war es ein sehr interessantes Spiel. Wir hätten aber mehr Tore machen müssen und haben die Tore hinten zu leicht weggeschenkt", lautete das Fazit von Wolfsburgs Trainer Armin Veh, der die Schlussphase des Spiels wegen Meckerns von der Tribüne aus verfolgen musste.

Zehn Treffer in Frankfurt

Eine Torflut erlebten die Fans in Frankfurt. Die Eintracht bezwang den Zweitligisten Alemannia Aachen 6:4 (3:1) und vermieste dem neuen Alemannia-Coach Michael Krüger seinen Einstand gründlich. Der in die Startelf zurückgekehrte brasilianische Spielmacher Caio (nach nur 49) Sekunden sowie der Grieche Nikos Liberopoulos (5.) brachten die Eintracht früh 2:0 in Führung.

Nach einem Eigentor von Lukasz Szukala (45.) schraubten Liberopoulos (50.) und Alexander Meier (53.) das Ergebnis nach der Pause in die Höhe. Für die Alemannia, die nach einem 1:5-Rückstand zwischenzeitlich auf 4:5 verkürzte, trafen Babacar Gueye (23./87.) und Benjamin Auer (66. und 72.). Erst Selim Teber machte per Foulelfmeter zum Endstand (89.) für die Eintracht alles klar.

"Im Grunde hat das Spiel viel Spaß gemacht. Nur die vielen Gegentore ärgern mich", sagte der erleichterte Eintracht-Trainer Michael Skibbe: "Nach dem 5:1 hat die Mannschaft etwas die Spannung runtergefahren. Jetzt ein Heimlos für das Achtelfinale, das wär's."

mig/sid/dpa

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