DFB-Pokal St. Pauli überrascht, Cottbus scheitert
Hamburg - Der FC St. Pauli besiegte Bayer Leverkusen am heimischen Millerntor vor 14.908 Zuschauern 1:0 (0:0) und erinnerte damit an seine Pokalerfolge der Saison 2005/2006, als der Club ins Halbfinale einzog. Fabian Boll erzielte drei Minuten vor Abpfiff den Siegtreffer. Bereits nach vier Minuten hätte St. Pauli durch Boll in Führung gehen können, doch sein Kopfball verfehlte das Gehäuse von Bayer-Keeper René Adler. Eine weitere gute Chance vergab Charles Takyi (21.), der die gesamte Leverkusener Abwehr ausspielte und erst von Adler gebremst werden konnte. Leverkusen hatte Möglichkeiten durch Stefan Kießling (21.), Theofanis Gekas (28.) und Kapitän Bernd Schneider (47.).
"Ich freue mich, dass uns bei meiner Premiere ein Sieg gelungen ist. Wir haben einer Topmannschaft nicht nur Paroli geboten, sondern auch verdient gegen sie gewonnen", sagte St. Paulis Trainer Andre Trulsen. Sein Gegenüber Michael Skibbe relativierte die Niederlage: "Ich muss meiner Mannschaft vorwerfen, dass sie zu wenig kombiniert hat. Außerdem sind wir mit unseren Torchancen etwas fahrlässig umgegangen. Das ist aber keine Blamage. St. Pauli hat seine Qualitäten im Pokal ja schon in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt."
Ebenfalls mit 1:0 (0:0) setzte sich Werder Bremen bei Regionalligist Eintracht Braunschweig durch. Torschütze für den Bundesligisten, der seit der 47. Minute zu zehnt spielen musste, war Zugang Boubacar Sanogo neun Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit. Nach wiederholtem Foulspiel war Nationalspieler Peer Mertesacker mit Gelb-Rot zum ersten Mal in seiner Karriere vom Platz gestellt worden.
Werder-Trainer Thomas Schaaf hakte die Partie schnell ab: "Für uns zählt nur das Ergebnis, deswegen bin ich sehr zufrieden. Mit dem Platzverweis in der zweiten Halbzeit haben wir es uns selber schwer gemacht und mussten viele schwere Situationen überstehen." Die besten Möglichkeiten für den Gastgeber vergaben Sreto Ristic (65.) und Kai Danneberg (84.). Die Braunschweiger verloren damit vor 22.500 Zuschauern im ausverkauften Stadion auch das dritte Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Benno Möhlmann. Zuvor hatte es zwei Pleiten in der Regionalliga gegeben.
Als zweiter Bundesligist ist Energie Cottbus ausgeschieden. An der Hafenstraße verloren die Lausitzer nach Elfmeterschiessen 5:6 (0:1, 1:1, 2:2) gegen Rot-Weiss Essen. Held des Tages war Essens Torwart Daniel Masuch, der im Elfmeterschießen zwei Schüsse parierte. In der regulären Spielzeit hatte der Ex-Essener Francis Kioyo (9.) Energie zunächst in Führung gebracht, ehe Rafael Kazior (47.) kurz nach dem Wechsel für den Ausgleich sorgte. Sercan Güvenisik (103.) traf zunächst in der Verlängerung für die Gastgeber, ehe Dimitar Rangelow (112.) für Energie das Elfmeterschießen erzwang. In der 120. Minute sah der Cottbuser Stiven Rivic wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Masuch parierte dann im Elfmeterschießen gegen Mariusz Kukielka und Szoltan Szelesi.
Borussia Mönchengladbach hat die erste Bewährungsprobe im unterklassigen Fußball bestanden. Das Team von Trainer Jos Luhukay siegte 1:0 (0:0) bei Zweitliga-Rivale VfL Osnabrück. Das 18-jährige Talent Marco Marin (69.) entschied mit einem Schuss aus 16 Metern das Spiel, in dem Aufsteiger VfL Osnabrück vor 18.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion ein ebenbürtiger Gegner war.
Problemlos erledigten Hannover 96, Hertha BSC und Borussia Dortmund die ihnen gestellten Aufgaben. Hannover gewann 3:1 bei Rot-Weiss Ahlen, Berlin siegte 3:0 in Unterhaching und Dortmund 4:1 in Magdeburg.
Für den BVB erzielten Ebi Smolarek (4.) sowie Diego Klimowicz (30., 90.+1) und Mladen Petric (75.) die Tore. Stürmer Eric Agyemang traf zum zwischenzeitlichen 1:2 (43.) für den Gastgeber. Malik Fathi (44.), Patrick Ebert (65.) und Marko Pantelic (82.) bescherten mit ihren Toren dem neuen Trainer Lucien Favre den ersten Pflichtspielsieg für Hertha BSC. Für Hannover trafen Thomas Kleine (5.), Arnold Bruggink (11.) und Mike Hanke (44.). Den Ehrentreffer der Ahlener erzielte Sebastian Schoof (62.).
Ebenfalls in der zweiten Runde stehen die Offenbacher Kickers nach einem 4:0-Auswärtssieg in Sandhausen. Die Tore für die Hessen, die in den vergangenen beiden Jahren erst im Viertelfinale gescheitert waren, erzielten Anestis Agritis (20.), Oualid Mokhtari (71.), Dino Toppmöller (80.) und Stephan Sieger (90., Foulelfmeter). 1860 München bezwang Verl 3:0. Antonio di Salvo (4./75./81.) erzielte dabei alle drei Treffer für die Löwen.
fsc/dpa/sid