DFB-Pokal: Stuttgart entgeht Blamage knapp - DER SPIEGEL
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DFB-Pokal Stuttgart entgeht Blamage knapp

Im Spiel beim Drittligisten TSG Hoffenheim musste der VfB Stuttgart Überstunden machen, um die zweite Runde zu erreichen. Die anderen Proficlubs, unter anderem Titelverteidiger FC Bayern, hatten weniger Probleme. Für die Überraschung des Tages sorgte der VfL Osnabrück.
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Hamburg - Erst nach Verlängerung konnten die Stuttgarter letztlich das 4:3 (2:2, 1:2) gegen den Regionalligisten TSG Hoffenheim bejubeln. Dabei dürfte allein das Erreichen der zweiten Runde für Freude bei Trainer Giovanni Trapattoni gesorgt haben. Silvio Meißner (38.), Jon Dahl Tomasson (54.), Mario Carevic (100.) und Cacau (117.) erzielten die Tore für die ansonsten spielschwachen Schwaben. Für die Gastgeber markierte Thomas Olhoff (14.) den Führungstreffer. Sandro Cescutti hatte den Regionalligisten in der Nachspielzeit der ersten Hälfte erneut nach vorn gebracht. Matthias Örüms Anschlusstreffer zum 3:4 in der Verlängerung kam zu spät.

Nach nur einem Punkt aus zwei Bundesligaspielen offenbarten die Stuttgarter auch im Pokal spielerische Mängel. Trainer Trapattoni hatte erneut auf Routinier Zvonimir Soldo verzichtet, der von der Bank aus mit ansehen musste, wie die Stuttgarter Hintermannschaft ein ums andere Mal in Schwierigkeiten geriet.

Nach dem 1:2-Rückstand zur Pause brachte Trapattoni in der zweiten Halbzeit mit Marco Streller einen dritten Stürmer. Fortan bekam der VfB das Geschehen auch besser in den Griff, glänzte zunächst aber nur im Auslassen bester Möglichkeiten. Nach Tomassons Ausgleichstreffer brachte die Gäste erst ein Kunstschuss von Carevic in der Verlängerung in Führung. Cacau sorgte für die Entscheidung.

"Es fehlt an Konzentration. Es gibt Probleme bei Spielern, die auf Grund der fehlenden Vorbereitung nicht so fit sind. Aber da muss man ihnen mildernde Umstände zugestehen. Sie sind müde, aber das sind Dinge, die abgestellt werden. Man braucht eben länger, um etwas Solides aufzubauen. Man darf nicht zu kurzfristig denken", tröstete sich Trapattoni. Der VfB musste den Sieg teuer bezahlen. Der Schweizer Nationalspieler Streller schied in der 114. Minute mit einem Anriss des Außenbandes im rechten Knie aus und muss voraussichtlich acht Wochen pausieren. "Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft", freute sich Hoffenheims Trainer Hans-Dieter Flick, "wir hatten uns vorgenommen, ein richtig geiles Spiel zu zeigen. Das haben wir geschafft."

Für die Überraschung des Tages sorgte der VfL Osnabrück in einem wahren Elfmeter-Krimi gegen Greuther Fürth. Die Niedersachsen retteten sich durch reguläre Spielzeit und die Verlängerung und gewannen am Ende mit 10:9 (2:2, 0:1). Nachdem insgesamt 19 Schützen getroffen hatten, scheiterte Christian Weber an VfL-Schlussmann Tino Berbig. Die Gäste waren durch Christian Timm (45.) und Marcus Feinbier (82.) zweimal in Führung gegangen, doch der VfL kam durch Markus Feldhoff (51.) und Dave de Jong (83.) zu den Ausgleichstreffern während der regulären Spielzeit.

Die verbliebenen Bundesligisten hatten weniger Probleme, die Hürde der ersten Pokalrunde zu nehmen. So gewann der FC Bayern München seinen Auftritt beim Oberligisten MSV Neuruppin deutlich, aber glanzlos mit 4:0 (1:0). Für die frühe Führung des Titelverteidigers sorgte Abwehrspieler Valerien Ismael (9.), der dafür allerdings die Hand zur Hilfe nahm. In der zweiten Halbzeit erzielten Mehmet Scholl (49./86.) und Florian Ottl (69.) die Tore für die Münchner. Den beherzt aufspielenden Gastgebern blieb ein Treffer versagt.

Die Bayern wussten beim Viertligisten durch spielerische Mittel wenig zu überzeugen und waren meist nur durch Standardsituationen gefährlich. Die geschonten Stars, Lucio und in der Offensive besonders Michael Ballack und Roy Makaay, wurden schmerzlich vermisst. "Es war ein Pflichtsieg. Neuruppin hat uns in der ersten Halbzeit das Leben schwer gemacht. Wir hatten Probleme, obwohl wir ein frühes Tor erzielt haben", gestand Bayern-Trainer Felix Magath. Neuruppins Coach Christian Schreier lobte hingegen sein Team: "Wir haben heute eine super Vorstellung geboten. Das 1:0 zur Pause war für Bayern schmeichelhaft, zumal dem Tor ein Handspiel oder Foul vorausging. Bei einem Spiel Hertha BSC gegen München hätte der Schiedsrichter gepfiffen."

Standesgemäß deutlich gewann auch der 1. FC Nürnberg sein Gastspiel beim 1. FC Eschborn. Die Franken setzten sich mit 4:0 (4:0) durch. Schon zur Halbzeitpause konnte sich Nürnberg auf die zweite Runde des Pokals freuen, Marek Mintal (11.), Ivica Banovic (25.), Jawhar Mnari (28.) und Javier Pinola (34.) hatten die Gäste bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich in Führung geschossen. "Wir wollten kein Fiasko erleben und sind froh, die erste Runde überstanden zu haben. Mein Wunsch ist, im Pokal zu überwintern. Das muss unser Anreiz sein", so Nürnbergs Coach Wolfgang Wolf.

Den ersten Pflichtspielsieg der Saison hat Mönchengladbach eingefahren. Die Borussen gewannen beim Verbandsligisten FC Kutzhof mit 3:0 (0:0). Die Tore für die Gladbacher, die im Vorjahr noch in Runde eins bei den Amateuren von Bayern München ausgeschieden waren, erzielten Marek Heinz (46.), Hassan El Fakiri (49.) und Bekim Kastrati (79.). Vor 8200 Zuschauern im Saarbrücker Ludwigspark-Stadion, wo ansonsten der Zweitligist 1. FC Saarbrücken seine Heimspiele bestreitet, war die Borussia zwar klar überlegen, konnte sich zunächst aber keine Torchancen herausspielen.

Vor allem in der ersten Hälfte boten die Gladbacher Profis eine spielerisch wie kämpferisch schwache Leistung. Giovane Elber war in seinem ersten Pflichtspiel für die Gladbacher von Beginn an ein Totalausfall, und wurde nach 61 Minuten gegen Kastrati ausgewechselt. "Wir haben zu Beginn überhaupt keine Gefährlichkeit entwickelt", bemängelte Gladbachs Trainer Horst Köppel, "heute bin ich nur mit dem Ergebnis zufrieden."

Den Weg in die zweite Runde des Pokals hat sich der MSV Duisburg selbst erschwert. Der Bundesliga-Aufsteiger gewann die Partie beim VfL Wolfsburg II zwar mit 1:0 (1:0), musste allerdings über eine Stunde in Unterzahl spielen. In der 28. Minute wurde MSV-Abwehrspieler Alexander Meyer nach einem Foul an Gegenspieler Dennis Mandel mit der Roten Karte bestraft. Den Siegtreffer für die Duisburger erzielte Neuzugang Klemen Lavric (41.) aus allerdings abseitsverdächtiger Position.

Einem blamablen Erstrunden-Aus ist auch Arminia Bielefeld nur knapp entgangen. Beim Fünftligisten Preußen Magdeburg gewannen die Ostwestfalen zwar mit 3:0 (0:0), die Tore für den Bundesligisten fielen allerdings erst gegen Ende der Partie. Sibusiso Zuma (72./90.) und Michael Fink (86.) trafen für die Gäste, die den Beweis des fußballerischen Klassenunterschieds weitgehend schuldig blieben. Durch rustikales Auftreten störte der Verbandsligist immer wieder den Spielfluss der Bielefelder.

Erst nach dem Wechsel wurden die Aktionen des Bundesligisten zwingender, doch Fatmir Vata (50.) und der eingewechselte Radomir Dalovic (55.) vergaben per Kopf beste Gelegenheiten. "Wir hätten die Sensation schaffen können, deswegen überwiegt die Enttäuschung trotz des großen Spiels von uns", klagte der Magdeburger Trainer Ralf Wagenknecht, "das 0:1 war der Knacks, danach hat man gemerkt, dass meine Jungs hart arbeiten gehen und keine Fußballprofis sind." Unzufrieden war Arminen-Coach Thomas von Heesen: "In der ersten Hälfte haben wir wie bei einem Sommerkick bei 35 Grad gespielt. Da war zu wenig Leben, viel zu wenig Emotion drin. Leider habe ich zu wenig Alternativen, um Feuer in den Kader zu bringen. Die Leistung meiner Mannschaft war schlichtweg enttäuschend."

Ähnlich schwer tat sich Bundesligist FSV Mainz 05 in seinem Spiel bei der zweiten Mannschaft von Hansa Rostock. Auch hier sicherte erst eine starke Schlussphase dem Favoriten den Sprung in die zweite Runde. Michael Thurk (67.), Benjamin Auer (79.) und Petr Ruman (81.) erzielten die Treffer für die Gäste. Zuvor hatte eine solide stehende Hansa-Abwehr die Mainzer Angreifer ein ums andere Mal scheitern lassen. FSV-Keeper Dimo Wache musste sogar zweimal gegen Hansa-Stürmer Clemens Lange (5./65.) eingreifen. Erst als die Kräfte des Außenseiters nachließen, kamen die Gäste zu ihren Toren. "Nach hinten raus haben wir das Ding ordentlich heruntergespielt", konstatierte ganz nüchtern FSV-Coach Jürgen Klopp.

Für den Oberligisten FC Sachsen Leipzig blieb die Überraschung im Elfmeterschießen aus. Im Sachsen-Derby gegen Dynamo Dresden setzte sich der Zweitligist letztlich mit 5:3 (1:1, 1:1, 1:0) durch. Vor der Rekordkulisse von 30.450 Zuschauern im Leipziger Zentralstadion hatte Dennis Cagara (18.) die Gäste aus Dresden in Führung gebracht. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit erzwang Leipzigs Tino Semmer mit seinem Tor die Verlängerung. Zum Held des Tages avancierte Dynamo-Schlussmann Ignjac Kresic, der den Elfmeter von Kevin Kittler hielt und damit den Erfolg seines Teams perfekt machte.

Die Gäste aus Dresden bestimmten in der niveauarmen Partie stets das Geschehen, zeigten aber eine mangelhafte Chancenverwertung. Spätestens in der zweiten Hälfte hätte Dynamo alles klar machen müssen, wurde dann aber durch den gerade erst eingewechselten Senner bestraft.

Seine Pokalaufgabe bei den Sportfreunden Siegen löste der SC Freiburg glanzlos. Nach 36 Minuten erzielte Alexander Iaschwili im Duell zweier Zweitligisten den Siegtreffer zum 1:0 (1:0).

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