DFB-Pokal Werder muss nachsitzen
Hamburg - Nur mit viel Mühe hat sich Cup-Verteidiger Werder Bremen im DFB-Pokal für das Viertelfinale qualifiziert. Der deutsche Meister kam gegen den Zweitligisten Eintracht Trier zu einem 3:1 (1:1, 1:0)-Arbeitssieg nach Verlängerung und spannte dabei seine Fans lange auf die Folter.
Vor 17.462 Zuschauern schossen Daniel Jensen (5./105.+1) und Ivan Klasnic (120.+1) die Tore für Bremen. Den Ausgleich hatte Antun Labak (57. Minute) erzielt.
Trotz des Sieges ging Thomas Schaafs Experiment daneben, im Sturm zu rotieren. Der Trainer der Bremer hatte nicht nur die zuletzt so erfolgreichen Stürmer Ivan Klasnic und Miroslav Klose zunächst auf die Bank gesetzt und durch Nelson Valdez und Angelos Charisteas ersetzt, sondern auch Nationalspieler Fabian Ernst nicht für die Startelf nominiert. Die für Werder-Verhältnisse ungewohnten Umstellungen machte sich vor allem in der Offensive negativ bemerkbar, in der Charisteas eine glücklose Partie bot. "Der Anfang war ok, danach lief es aber nicht mehr", merkte auch Manager Klaus Allofs kritisch an.
Aus für Dortmund
Borussia Dortmund, derzeit in finanziellen Dingen auf wackeligem Fundament stehend, wird in diesem Jahr keine Einnahmen mehr im DFB-Pokal machen. Im Bundesligaduell musste sich der Champions-League-Sieger von 1997 in Hannover mit 0:1 geschlagen geben. Damit konnten die 96er erstmals seit ihrem Pokalsieg 1992 wieder das Viertelfinale des Wettbewerbs erreicht. Das Team von Ewald Lienen setzte sich vor heimischem Publikum in einem wahren Krimi zur Schlussphase durch, in der jedes Team jeweils einen Strafstoß vergab. Während Hannover den Aufwärtstrend der letzten Wochen bestätigen konnte, erlebte der BVB einen weiteren Rückschlag im Kampf um den Einzug ins internationale Geschäft.
Silvio Schröter sorgte in der 59. Minute für die Entscheidung. In einer hektischen Schlussphase verpasste neun Minuten vor dem Abpfiff Thomas Christiansen die Chance zu erhöhen. Der Spanier schoss einen Foulelfmeter über das Tor. Für den BVB vergab Ewerthon drei Minuten später die Chance zum Ausgleich. Auch er vergab einen Strafstoß und schoss diesen neben das Gehäuse.
"Das ist sportlich und finanziell eine bittere Niederlage", sagte BVB-Manager Michael Meier nach dem Aus. "Uns fehlen jetzt die Einnahmen aus der nächsten Runde und dem internationalen Wettbewerb. Aber der Mannschaft ist kein Vorwurf zu machen; sie hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten gespielt. Wir haben 14 Verletzte und zeitweise mit sieben Deutschen gespielt."
Bielefeld ohne Probleme
Dagegen hat Arminia Bielefeld im 34. Anlauf erstmals das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht. Die Ostwestfalen feierten einen ungefährdeten 4:0 (1:0)-Erfolg gegen den Zweitligisten Karlsruher SC. Während der Bundesliga-Neunte weiter im Aufwind schwebt, verpassten die Badener den ersten Einzug in die Runde der besten Acht seit 1997.
Erwin Skela hatte den Erstliga-Aufsteiger mit seinem ersten Pflichtspieltor seit fast drei Monaten bereits in der vierten Minute in Führung gebracht. Detlev Dammeier (50., Foulelfmeter), Torjäger Delron Buckley (55.) mit seinem elften Treffer im 15. Pflichtspiel der Saison und erneut Skela (72.) sorgten vor 10.708 Zuschauern nach der Pause für klare Verhältnisse.
Kleine Bayern unter den letzten Acht
Bayern München ist zumindest mit einer Mannschaft im Viertelfinale des DFB-Pokals vertreten. In einem Duell der Drittligisten setzte sich die Amateur-Auswahl des deutschen Rekordmeisters verdient mit 3:2 (0:0) gegen Eintracht Braunschweig durch. Vor 3500 Zuschauern im Stadion an der Grünwalder Straße spielten die Bayern-Amateure den aktuellen Tabellenführer der Regionalliga Nord phasenweise an die Wand und kamen durch die herausragenden Paulo Guerrero (53./58.) und Borut Semler (63.) zum Erfolg, den die Gastgeber in der Schlussphase allerdings durch Leichtsinnsfehler aufs Spiel setzten. Patrick Bick (70.) und Daniel Graf (74.) machten die Partie noch einmal spannend. Die "kleinen" Bayern stehen damit zum zweiten Mal nach der Saison 1994/95 in der Runde der letzten Acht.
Am Mittwoch stehen die restlichen vier Begegnugnen des Achtelfinales auf dem Programm: Bayern München - VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt - Schalke 04, LR Ahlen - Hansa Rostock, SC Paderborn - SC Freiburg. Alle Spiele können Sie im Liveticker von SPIEGEL ONLINE verfolgen.