DFB-Posten Gesucht wird - ein Sportdirektor
Rotterdam - Wenn Freitag nächster Woche das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt zusammenkommt, dann wird dieses Treffen ein Tagesordnungspunkt dominieren: Die "Grundsatzdiskussion über den sportlichen Direktor", wie es Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder formulierte. Er sei auf jeden Fall dafür, dass diese neue Planstelle ausgeschrieben wird, offen sei nur, wer als passender Bewerber in Frage kommt.
Mayer-Vorfelder glaubt, dass jedes Präsidiumsmitglied zwei, drei Kandidaten im Kopf habe, das gelte auch für ihn. Einfluss, Reputation sowie Erfahrung in der Bundesliga seien die wichtigsten Qualifikationen, die der Sportdirektor mitbringen müsse. Was er auf keinen Fall besitzen solle, seien Ambitionen, selber Bundestrainer werden zu wollen. Für den Posten des Sportdirektors sei ein deutscher Bewerber nicht zwingend notwendig, betonte Mayer-Vorfelder, "allerdings muss er die deutsche Sprache beherrschen", sagte Mayer-Vorfelder vor dem Länderspiel der Nationalmannschaft gegen die Niederlande heute in Rotterdam (20.30 Uhr Liveticker bei SPIEGEL ONLINE).
Für den DFB-Präsidenten ist Matthias Sammer ein geeigneter Mann. Und weil der frühere Nationalspieler auch aus dem Osten Deutschlands kommt, würde er auch den Wünschen des Geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger entsprechen, der dem Fußball in den neuen Bundesländern mehr Aufmerksamkeit schenken will. Sammer wurde im Sommer von seinem Posten als Cheftrainer des VfB Stuttgart beurlaubt - dass er nun eine Verwaltungstätigkeit beim Verband antritt, bezweifelt Mayer-Vorfelder allerdings.
Weil es keinen Spitzenkandidaten für den Job gibt, treiben die Spekulationen um die Bewerber merkwürdige Blüten und reichen von Stefan Kuntz bis Peter Neururer. Außen vor ist allerdings Michael Skibbe, der noch bis zur Weltmeisterschaft einen Vertrag als Jugendkoordinator beim DFB besitzt. Für Mayer-Vorfelder ist Skibbe zwar ein hervorragender Verkäufer der Talentförderung, allerdings fehle es ihm an Durchsetzungsvermögen sowie an Akzeptanz bei Bundestrainer Jürgen Klinsmann und besonders bei Manager Oliver Bierhoff.
Der Sportdirektor soll im Verband ein Leistungszentrum aufbauen, wo eine Eliteschulung von Talenten in enger Bindung zur Nationalmannschaft betrieben wird. Außerdem hat er dafür zu sorgen, dass das vom Bundestrainer vorgegebene Spielsystem in der A-Nationalmannschaft auch auf sämtliche Jugendauswahlteams des DFB übertragen wird.