DFB-Reform MV warnt Klinsmann vor "blutigem Kopf"
"Jeden Stein wollte er umdrehen. Damals hat er noch gar nicht gewusst, wo die Steine überhaupt liegen. Und wenn er dann die Steine aufhebt, dann soll er sie aufheben und die, die vorher schon richtig gepasst haben, wieder dort hinlegen", sagte Mayer-Vorfelder in einem "Tagesspiegel"-Interview. "Er wird die Erfahrung machen, dass man sich, wenn man viel bewegen will, einen blutigen Kopf holen kann. Aber diese Erfahrung ist wertvoll."
Von einer reibungslosen Zusammenarbeit mit Klinsmann geht Mayer-Vorfelder deshalb nicht aus: "Ich weiß, dass es nicht immer einfach sein wird, mit ihm klarzukommen. Er kann ein ganz schöner Sturkopf sein." Über die ersten Wochen von Klinsmanns Amtszeit äußerte sich Mayer-Vorfelder überaus positiv. "Er hat einen unbändigen Willen gezeigt und eine Zuversicht und einen Optimismus, der ansteckend wirkt. Davon konnten sich beim 1:1 gegen Brasilien alle überzeugen", sagte er.
Kritik äußerte Mayer-Vorfelder an DFB-Vizepräsident Franz Beckenbauer, der in der so genannten Trainerfindungskommission (TFK) lange den Vorsitz inne hatte. Alles, was in der TFK hinsichtlich der Völler-Nachfolge besprochen worden sei, "musste ich in der Zeitung lesen", klagte der DFB-Boss. Beckenbauer, der bei der "Bild"-Zeitung und dem ZDF unter Vertrag steht, ins Abseits zu stellen, gehe jedoch nicht, sagte Mayer-Vorfelder. "Du kannst innerhalb des Fußballs nicht einen ausschließen, der die größte Erfahrung als Spieler und Teamchef hat und international höchst angesehen ist."
Mayer-Vorfelder räumte zudem Fehler in seiner Amtsführung als DFB-Präsident ein. "Ich empfinde meinen Stil nicht als selbstherrlich, aber ich bin bereit, hier zu lernen. Mein Fehler war es, dass ich in der Trainerfrage nach dem Rücktritt von Rudi Völler nicht alle, die an diesem Entscheidungsprozess zu beteiligen gewesen wären, rechtzeitig eingebunden habe." In der "Frankfurter Rundschau" verteidigte Mayer-Vorfelder hingegen seinen Alleingang: "Ich würde es wieder so machen."