DFB-Task-Force: Erstes Treffen mehr als Kaffeekränzchen? - DER SPIEGEL
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DFB-Task-Force Erstes Treffen mehr als Kaffeekränzchen?

Die Erwartungen an den neuen Bundesliga-Krisenstab zum Thema Nationalmannschaft sind hoch: Doch die Fußballmanager wollen es bei ihrem ersten Treffen langsam angehen lassen. Immerhin werde es mehr als ein "Kaffeekränzchen", versprachen sie.
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Düsseldorf - "Das Nationalteam muss von uns allen als 19. Mannschaft der Ersten Liga betrachtet werden und zwar als die beste", forderte Wolfgang Holzhäuser, Finanzgeschäftsführer von Bayer Leverkusen, vor dem ersten Treffen der DFB-Task-Force am Donnerstag in Frankfurt am Main.

Dieter Hoeneß, Manager von Hertha BSC Berlin, erhofft sich vom Bundesliga-Krisenstab echte Fortschritte für den deutschen Fußball. "Wir werden alle aktuellen Fragen zur Problematik der Nationalmannschaft diskutieren."

Der neuen Arbeitsgruppe mit dem Vorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge wird viel Vertrauen entgegen gebracht, obwohl sie ihre Tätigkeit noch gar nicht aufgenommen hat. "Es ist absolut sinnvoll, dass sich die Bundesliga um das Thema Nationalmannschaft stärker Gedanken macht. Die Liga kann doch nicht auf das schimpfen, was ihr bei Erfolgen des Nationalteams zu internationaler Reputation verholfen hat", sagt DFB-Ligadirektor Wilfried Straub.

Task-Force-Chef Rummenigge ("die EM war für alle ein Schock-Erlebnis") fordert, den Konfrontationskurs zwischen DFB und Liga zu verlassen und gemeinsam professioneller vorzugehen. Das zumindest scheint garantiert: Der Kommission gehören außer Rummenigge und Dieter Hoeneß die Bundesliga-Manager Rudi Assauer (Schalke 04), Uli Hoeneß (Bayern München), Holger Hieronymus (Hamburger SV), Klaus Allofs (Werder Bremen), Reiner Calmund (Bayer Leverkusen) und Jürgen Friedrichs (1. FC Kaiserslautern) an. Bei dem Treffen am Donnerstag wird auch DFB-Vizepräsident Gerhard Mayer-Vorfelder anwesend sein. "Das zeigt, wie wichtig dem Verband unsere Initiative ist", meinte Rummenigge.

Die Zusammensetzung der Task Force bezeichnete Fritz Scherer, Vizepräsident von Bayern München, als "absolut sinnvoll". Es habe etwas unternommen werden müssen, "nachdem es mit der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren bergab ging", sagte der frühere Bayern-Chef. Gleichzeitig plädierte er dafür, dass die Gruppe auch die Befugnis haben sollte, entscheidend einzugreifen. "Dort dürfen nicht nur Jasager sitzen, notfalls muss auch Verantwortung übernommen und vertreten werden", argumentierte Scherer. Rummenigge betonte jedoch, dass es sich um eine beratendes Gremium handele: "Alle Entscheidungen trifft der DFB."

Es wird jedoch langsam losgehen: "Die Gruppe muss zunächst einmal ihre Aufgaben definieren und dann in die effektive Arbeit einsteigen", so Straub, der für das Auftaktmeeting eine Tagesordnung mit einem Zeitbedarf "von vier bis fünf Stunden" vorlegte. "Wir werden das mit Sicherheit sehr variabel gestalten", versuchte auch DFB-Teamchef Rudi Völler die Task-Force vom Zwang sofortiger Lösungen zu befreien.

Dieter Hoeneß sprach sich ebenfalls gegen hektische Betriebsamkeit und Schnellschüsse aus: "Wir sollten die Gruppe nicht schon unter Druck setzen, bevor sie richtig in ihre Arbeit eingestiegen ist." Arbeiten werde man natürlich trotzdem: "Ein Kaffeekränzchen werden wir nicht halten, dafür haben wir alle keine Zeit", sagte Hoeneß.