DFB-Task-Force Mit Drei-Punkte-Programm aus der Krise
Frankfurt/Main - Das Drei-Punkte-Programm wurde auf der konstitutierenden Sitzung der Task Force am Donnerstag in Frankfurt verabschiedet. Neben dem Versprechen, effizient zu arbeiten, betonten die anwesenden Manager, dass sie nur einen temporären Krisenstab bilden.
"Wenn die Themen abgearbeitet sind, dann wird die Task Force wieder aufgelöst", kündigte der Vorsitzende Karl-Heinz Rummenigge an, der selbst als Teammanager der deutschen Nationalelf mindestens bis Ende Mai 2001 dem neuen Teamchef Rudi Völler zur Seite stehen wird.
Auch Gerhard Mayer-Vorfelder, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und designierter Nachfolger von DFB-Boss Egidius Braun, sagt: "Die Task Force ist keine Beschäftigungstherapie. Wenn die Arbeit erledigt ist, dann wird sie nicht mehr benötigt." Wann dieser Zeitpunkt allerdings sein wird, ließen sowohl Rummenigge als auch "MV" völlig offen. Das verabschiedete Drei-Punkte-Programm lässt keine Rückschlüsse auf die Dauer der Tätigkeit zu.
Bei Punkt zwei - der Terminabsprache - hat das Beratergremium bereits Nägel mit Köpfen gemacht. Ein für den April kommenden Jahres vorgesehenes Länderspiel wurde in Absprache mit Teamchef Rudi Völler ersatzlos gestrichen, stattdessen werden die Nationalspieler einen Lehrgang absolvieren.
"Fehler sollte man nur einmal machen", begründete Rummenigge diese Entscheidung und verwies auf die peinliche Vorstellung der DFB-Auswahl im vergangenen April beim 1:1 gegen die Schweiz: "Damals hatten die Spieler im Bundesligaendspurt und wegen der Champions League leider andere Dinge im Kopf. Das darf nicht noch mal passieren." Deshalb wurde auch beschlossen, Testspiele nur noch gegen spielstarke Mannschaften auszutragen, "damit die Nationalspieler entsprechend motiviert sind". Für den 15. November soll deshalb noch ein Hochkaräter als Gegner für den dreimaligen Welt- und Europameister gewonnen werden.
Das Wichtigste an der Task Force sei, so die Anwesenden einstimmig, dass sich die ganze Liga hinter Völler und Skibbe gestellt habe. "Dies ist ein entscheidender Unterschied, denn in der Vergangenheit hat es doch immer wieder Querelen gegeben", meinte "MV", der die Berufsskeptiker bat, beim geplanten Neuaufbau der Nationalmannschaft nicht wieder bei jeder Entscheidung ein Haar in der Suppe zu suchen.
Befürchtungen, dass die Zukunft des deutschen Fußballs nur in den Händen der Topklubs Bayern München und Bayer Leverkusen liege, scheinen zerstreut. "Wir sitzen alle in einem Boot, es gibt in Sachen Nationalmannschaft keine Zweiklassengesellschaft", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß. Sein Bremer Kollege Klaus Allofs meinte: "Nach diesem sehr offenen Gespräch gibt es hinsichtlich der Unterstützung der Nationalmannschaft von Vereinsseite nun keine Ausreden mehr."
Für Kaiserslauterns Vorstandsvorsitzenden Jürgen Friedrich hat das Treffen deutlich gemacht, "dass alle an einem Strang ziehen und die Nationalmannschaft von Seiten der Liga volle Rückendeckung erhält." Friedrich weiß aber auch: "Die Tore können wir nicht selbst schießen."