DFB-Team: Jancker nimmt Bierhoff ins Visier - DER SPIEGEL
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DFB-Team Jancker nimmt Bierhoff ins Visier

Nach dem 4:0 im Testspiel gegen Real Mallorca durfte die Nationalmannschaft erstmals in diesem Jahr durchatmen. Allerdings stellen sich Erich Ribbeck immer noch einige Personalfragen auf. Besonders im Sturm werden anscheinend die Karten neu gemischt.
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Palma de Mallorca - Der erste Sieg des Jahres löste rundum große Erleichterung aus. Das 4:0 (1:0) im Testspiel über Real Mallorca wirkte auf die deutschen Nationalspieler fast wie eine Entfesselung von dem in den vergangenen Monaten stetig gestiegenen Druck. "Das war eine ganz gute Werbung für uns. Wir wollen das Spiel nicht überbewerten, aber wir sind auf einem guten Weg", erklärte DFB-Teamchef Erich Ribbeck, dessen Elf über ein halbes Jahr in vier Spielen ohne Erfolg geblieben war. "Das war eine Schwalbe, aber der Sommer ist noch nicht da. Aber ich bin überzeugt, dass er kommt", gab sich auch DFB-Delegationsleiter Gerhard Mayer-Vorfelder optimistisch nach dem ansprechenden Auftritt im Stadion Son Moix, wo 17.500 überwiegend deutsche Zuschauer dem Team eine sehr freundliche Atmosphäre bereitet hatten.

Mit Freudestrahlen reagierten die DFB-Verantwortlichen am Mittwochmorgen auf die Fernseheinschaltquoten von 7,4 Millionen in der Spitze, die das ZDF mit der Liveübertragung erzielt hatte. Zwar meinte Ribbeck zunächst, viele der zuletzt sehr kritischen Zuschauer hätten vielleicht "sensationslüstern" in Erwartung einer neuen Blamage zugeschaut, doch stimme ihn der Zuspruch ebenso froh wie der Sieg. "Mit dem Schub des Spiels können wir weiter in Ruhe arbeiten", sagte der Teamchef, nachdem seine Spieler knapp zwölf Stunden nach der Partie schon ihre nächste lockere Trainingseinheit absolvierten. Taktische Fortschritte waren am Abend zuvor ebenso erkennbar gewesen wie viel versprechende Ansätze der lange vermissten Spielfreude. Selbst die DFB-Trainer schauten auf der Bank leicht verwundert, als der Ball nach zehn Minuten schnell und unfallfrei über mehrere Stationen lief.

Doch der Blick richtete sich bald auf die nächste Aufgabe. Die wahre Standortbestimmung folgt nach der Rückkehr von der Mittelmeerinsel gegen Tschechien am Samstag in Nürnberg. Zehn Tage vor dem Auftaktspiel gegen Rumänien am Pfingstmontag in Lüttich wird die Neuauflage des EM-Finales von 1996 der wahre Gradmesser für die Stärke der Ribbeck-Auswahl. "Man darf sich nicht blenden lassen. Mallorca hat es uns manchmal sehr leicht gemacht", sagte Oliver Bierhoff, der erst in der 62. Minute für Carsten Jancker eingewechselt worden war. Der Münchner hatte den Führungstreffer erzielt (25.), dem ein Treffer von Dariusz Wosz (56.) und ein "Doppelpack" von Paulo Rink (83./90.) folgten. Dennoch mahnte Mayer-Vorfelder nicht gleich abzuheben: "Man sollte die Leistung auch nicht zu schön reden. Wir haben hinten auch zwei, drei Böcke geschossen und vorne hätten es sieben Tore sein können."

Im Sturm ist indes ein harter Vierkampf um die beiden Offensivplätze entbrannt. Das erfahrene und lange Zeit vermeintlich gesetzte Duo Bierhoff und Ulf Kirsten, der zunächst gut spielte, aber torlos blieb, hat starke Konkurrenz bekommen. "Jede gute Leistung setzt mich jetzt mehr unter Druck", räumte Bierhoff ein, mit Blick auf die erste Partie Janckers im DFB-Trikot von Beginn an. Auf jeden Fall wackelt der Stammplatz des Kapitäns. Einen Dämpfer auf Platz-Ansprüche in der Anfangsformation erhielt auch Thomas Häßler. "Er hat nicht so gut gespielt wie beim Matthäus-Abschiedsspiel", sagte Ribbeck und meinte, dies zeige, dass man bei Beurteilungen "nicht zu euphorisch" reagieren dürfe. Der in der zweiten Halbzeit für Häßler eingesetzt Wosz zeigte die spektakuläreren Aktionen.

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