DFB-Teamchef Völler will rasche Entscheidung
Leverkusen - "Die Entscheidung muss jetzt schnell fallen", erklärte Rudi Völler einen Tag vor dem Bayer-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Er wolle sich nicht mehr lange dem mit seiner Doppelfunktion zusammenhängenden Dauerstress aussetzen. Völlers Vertrag beim DFB ist derzeit bis zum 31. Mai 2001 befristet und würde somit vor der Weltmeisterschaft 2002 auslaufen.
Wie die "Bild"-Zeitung berichtetet, soll wahrscheinlich schon in der kommenden Woche bei einem Gipfeltreffen zwischen dem designierten Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder, und der Konzernspitze der Bayer AG in Leverkusen eine Lösung gefunden werden.
Für Bayer-Manager Reiner Calmund steht jedoch außer Frage, dass Völler bei Leverkusen bleibt. Zwar habe sich der Weltmeister von 1990 nach Informationen des Kölner "Express" gegen eine Trainertätigkeit bei Bayer ausgesprochen, dies bedeute aber keine Entscheidung für den DFB-Job. "Rudi hat bei uns einen Vertrag bis 2003. Als Sportdirektor muss er uns auf jeden Fall erhalten bleiben."
Man werde ihn nicht aus diesem Kontrakt entlassen. Es sei denn, die Konzernspitze der Bayer AG verfüge etwas anderes. Im Übrigen, so Calmund laut "Kicker", werde er sich zu der unendlichen Geschichte nicht weiter äußern: "Jeden, der mich auf dieses Thema bei einer Bayer-Veranstaltung anspricht, werde ich achtkantig rausschmeißen lassen und ihm Hausverbot erteilen."
Unterdessen gelten Klaus Toppmöller und Berti Vogts nach wie vor als heißeste Anwärter auf den Cheftrainer-Posten beim deutschen Vizemeister. Toppmöller, der beim Zweitligisten 1. FC Saarbrücken unter Vertrag steht, bestritt bislang jedoch jeden Kontakt mit Leverkusen. Ex-Nationalcoach Vogts bekräftigte hingegen sein Interesse an einer Tätigkeit bei Bayer - "für eine gewisse Zeit". Völler müsse sich jedoch entscheiden, was für ihn und den DFB wichtig sei: "Dann bin ich zu Gesprächen bereit."