DFL-Vorsitzender Werner Hackmann ist tot
Hamburg - Werner Hackmann ist heute Morgen überraschend im Alter von 59 Jahren gestorben. Dies sagte DFB-Sprecher Harald Stenger. Er bestätigte damit einen Bericht von "Bild online". Demnach erlag Hackmann in seinem Haus in Hamburg-Bergedorf einem Krebsleiden. Der DFL-Chef schien nach einer Chemotherapie wieder auf dem Wege der Besserung.
Der Sportfunktionär hinterlässt Ehefrau Ulla und zwei Kinder. "Mein Mitgefühl gehört zunächst der Familie, der ich aufrichtig kondoliere. Werner Hackmann war in all den Jahren unserer Zusammenarbeit ein zuverlässiger und vertrauensvoller Weggefährte und für mich ein sehr guter Freund. Sein Tod ist ein schwerer Verlust für den deutschen Fußball und die Liga. Wir sind von der Nachricht geschockt", erklärte DFB-Präsident Theo Zwanziger, der am Freitag noch gemeinsam mit Hackmann beim Uefa-Kongress in Düsseldorf besuchte. Als Liga-Präsident war Hackmann auch DFB-Vizepräsident. "Die Nachricht von seinem Ableben ist für mich unfassbar", sagte Bundestrainer Joachim Löw. "Der deutsche Fußball verliert in Werner Hackmann einen Mann, dessen Engagement für die Liga, die Nationalmannschaft und auf internationaler Ebene vorbildlich war."
Bereits im November 1999 hatte er sich einen bösartigen Tumor in der Lunge entfernen lassen. Im März des vergangenen Jahres war bei dem langjährigen Kettenraucher erneut ein Karzinom in der Lunge festgestellt worden. Nach einer erneuten Operation fühlte sich Hackmann aber zunächst wieder wohlauf und ging seinen Tätigkeiten als Liga-Boss und DFB-Vizepräsident in vollem Umfang nach. "Ich bin fassungslos und tief erschüttert. Noch in dieser Woche war ich mehrere Tage mit ihm zusammen und es gab keine Anzeichen für eine gesundheitliche Verschlechterung", erklärte Hackmanns Stellvertreter und Liga-Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser.
Hackmann startete seine Karriere in der Politik und kam erst in den späten 90er Jahren mit dem Fußball in Berührung. Nach seinem Studium an der Universität Hamburg arbeitete der diplomierte Kaufmann von 1973 an als wissenschaftlicher Angestellter in der SPD- Bürgerschaftsfraktion der Hansestadt. Ein Jahr später wurde er persönlicher Referent von Bürgermeister Hans-Ulrich Klose.
Von 1988 bis 1994 bekleidete Hackmann das Amt des Innensenators in Hamburg. In dieser Zeit musste er sich mit Hausbesetzungen in der Hafenstraße, dem zunehmenden organisierten Verbrechen und ausländerfeindlichen Übergriffen befassen. Er galt als sehr restriktiv und musste nach vielen Anfeindungen zurücktreten.
Danach wechselte der Politiker in die Wirtschaft und stieg als Geschäftsführer bei einer Sicherheitsfirma ein. Im März 1997 wechselte Hackmann als geschäftsführendes Vorstandsmitglied zum Bundesligisten Hamburger SV ein und wurde ein Jahr später bis 2002 dessen Vorstandschef. Im Oktober 1998 wurde Hackmann Mitglied des DFB-Ligaausschusses. Im Dezember 2000 wurde er zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Deutschen Fußball-Liga berufen.
"Ich bin erschüttert und sehr traurig. Werner Hackmann war ein ganz großen HSVer, dessen Herz neben seinen zahlreichen Ämtern in Politik und Sport dem Verein gehörte", sagte Bernd Hoffmann, Vorstandsvorsitzender des HSV. "Er hat große Verdienste um den HSV. Insbesondere der Bau des neuen Stadions wird immer untrennbar mit seinem Namen verbunden sein."
"Werner Hackmann war mit seiner Analytik ein wichtiger Gründer der Deutschen Fußball-Liga", sagte der ehemalige DFL-Vorstand Heribert Bruchhagen von Eintracht Frankfurt. Bei den Erst- und Zweitligaspielen heute wird eine Gedenkminute für Hackmann abgehalten.
all/dpa/sid