Die Taktik des BVB im Champions-League-Finale - DER SPIEGEL
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Taktik-Analyse des BVB-Spiels Die verpasste Chance

Borussia Dortmund hätte das Finale von Wembley gewinnen können. Doch neben den nicht genutzten Chancen in der ersten Halbzeit machten die Schwarz-Gelben auch taktische Fehler. Zwei Duelle waren dabei am Ende spielentscheidend.
BVB-Spieler Gündogan: Partie in der ersten Hälfte verloren
BVB-Spieler Gündogan: Partie in der ersten Hälfte verloren

BVB-Spieler Gündogan: Partie in der ersten Hälfte verloren

Foto: Peter Powell/ dpa
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Borussia Dortmund hätte das Finale von Wembley entscheiden müssen. Und zwar schon in der ersten Hälfte. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp war das bessere Team mit den klareren Chancen und dem größeren Aufwand. Dieses Nicht-Ausnutzen einer Überlegenheit und zwei schwerwiegende Fehler haben den BVB den zweiten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte gekostet.

Lesen Sie im Folgenden im Detail die Gründe für die Niederlage gegen den FC Bayern.

  • Ausgelassene Tormöglichkeiten

Ein Chancenplus von fünf zu eins reichte der Borussia in den ersten 45 Minuten nicht zu einem Treffer. Der Reihe nach vergaben Jakub Blaszczykowski (zweimal), Robert Lewandowski, Marco Reus und Sven Bender gute Tormöglichkeiten. Bereits am letzten Bundesliga-Spieltag eine Woche zuvor gelang den Dortmundern gegen Hoffenheim bei großer Überlegenheit lediglich ein Treffer. Am Ende gewann auch Hoffenheim 2:1.

  • Der aufwendige Spielstil der Borussia

Die Dortmunder pressten die Bayern früh im Spielaufbau, so dass sich der neue Deutsche Meister im ersten Durchgang nur selten befreien konnte. Der ballführende Spieler wurde sofort von mehreren Schwarz-Gelben eingekreist, so gewann der BVB viele Bälle. Doch diese Spielanlage kostet enorm viel Kraft. Entsprechend war die Mannschaft von Jürgen Klopp den Bayern im zweiten Abschnitt kräftemäßig deutlich unterlegen - was sich auch daran ablesen lässt, dass die Dortmunder aus dem Spiel heraus zu keiner Tormöglichkeit mehr kamen; ihren Treffer erzielten sie per Elfmeter. Zudem fehlte es an Entlastung für die Offensive, dabei wurde das Fehlen von Mario Götze am deutlichsten sichtbar. Aufgrund des fortschreitenden Kräfteverschleißes gelangen Gegner Bayern die Tore.

  • Die Treffer der Bayern

Bis zum Finale von Wembley gewann die Borussia in dieser Champions-League-Saison nach langen Bällen in die eigene Abwehr 71 Prozent der sogenannten zweiten Bälle. Im Endspiel setzte sich die überragende Quote weitestgehend fort, aber zwei spielentscheidende Duelle verloren sie:

Nachdem sich Ilkay Gündogan im Alleingang in der Bayern-Abwehr festgedribbelt hatte, konnte Mario Mandzukic den langen Ball von Manuel Neuer sogar mit der Brust auf Franck Ribéry ablegen. Neven Subotic griff nicht ein, sondern verließ beim Dribbling des Franzosen anschließend sogar das Abwehrzentrum, so dass Arjen Robben in seinem Rücken entwischen konnte. Mats Hummels, bis dahin sehr stark, versuchte, eine Abseitsposition zu stellen, anstatt sofort Richtung Torlinie zu laufen. So hätte er den Ball von Robben auf den Torschützen Mandzukic wahrscheinlich abfangen können.

Das zweite Tor fiel erneut nach einem langen Ball der Münchener: In Überzahl gelang es der weit links stehenden Abwehr um Mats Hummels nicht, den viel kleineren Ribéry am Zuspiel auf den heransprintenden Robben zu hindern, den Sven Bender aus dem Mittelfeld zuvor wegen fehlender Frische hatte ziehen lassen müssen. Hummels und Subotic kamen beim Dribbling des Niederländers zu spät und sahen, wie bereits beim ersten Treffer, auch in dieser spielentscheidenden Szene nicht gut aus.

Christian Brand ist ehemaliger Bundesliga-Profi und trainiert derzeit die U21 des Schweizer Erstligisten FC Luzern. Für SPIEGEL ONLINE analysiert er regelmäßig wichtige Spiele des internationalen Fußballs.