Diego Maradona: 50 Millionen Steuerschulden - DER SPIEGEL
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Diego Maradona 50 Millionen Steuerschulden

Der Empfang für Diego Maradona war alles andere als freundlich. Bei seiner Rückkehr nach Italien präsentierten ihm die Finanzbehörden eine gesalzene Rechnung.
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Rom - Kaum in Rom gelandet, empfingen am Donnerstagabend rund 20 Steuerfahnder den Weltmeister von 1986, um ihm einen Zahlungsbefehl über 50 Millionen Mark Steuerschulden zu übergeben. "So viel habe ich gerade nicht in der Tasche", antwortete der frühere Superstar des SSC Neapel. Außerdem schulde er dem italienischen Fiskus keine einzige Lira, behauptet Maradona. "Das ist alles nur eine große Lüge."

"Der Klub muss die Summen zahlen, nicht ich", sagte Maradona am Freitag dem italienischen Fernsehen RAI. Neapels amtierender Manager Corrado Ferlaino werde nun große Probleme bekommen. Maradona forderte die Steuerfahnder auf, beim ehemaligen Vereinsboss zu ermitteln. "Er führte den Klub, als ich das Stadion mit 100.000 Leuten füllte. Offensichtlich hat der Verein, als ich in Neapel spielte, nicht alle Steuern bezahlt."

Das italienische Finanzamt ist sich sicher, dass die Millionen, die Maradona von 1989 bis 1991 nach seiner Vertragsverlängerung in Neapel kassiert habe, am Fiskus vorbei geschleust wurden. Schon 1992 war ein Verfahren gegen den SSC Neapel, Maradona sowie dessen Teamkollegen Careca und Alemao eingeleitet worden.

Maradona hatte Italien 1991 fluchtartig verlassen

Insgesamt wollte der Fiskus damals 42 Millionen Mark haben. In zweiter Berufungsinstanz wurden aber der Club sowie Careca und Alemao frei gesprochen. Nur Maradona nicht. Der hatte keinen Einspruch gegen seine Verurteilung in erster Instanz eingelegt. Stattdessen hatte er 1991 in einer Nacht- und Nebelaktion Italien fluchtartig verlassen, als bei einer Doping-Kontrolle Kokain in seinem Urin festgestellt worden war. Inzwischen ist seine Steuerschuld durch Zinsen und Strafen auf rund 50 Millionen Mark angewachsen.

Der kleine Argentinier war für eine Fernsehshow nach Rom gekommen. Außerdem soll Maradona sich in Neapel mit Vereinspräsident Giorgio Corbelli ("Für Maradona gibt es beim SSC Neapel immer einen Platz") und Clubmanager Corrado Ferlaino treffen. Maradona soll als Manager nach Neapel zurückkehren, wo er von 1984 bis 1991 gespielt hatte und von den Fans trotz seiner Seine Drogen-Exzesse, die Gerüchte um angebliche Verbindungen zur Mafia und sein Selbstdarstellungsdrang noch heute wie ein Volksheld verehrt wird. So hat der SSC Neapel zu Ehren seines "größten Spielers" sogar Maradonas Rückennummer zehn nie mehr vergeben.

"Manager Ferlaino ist immer noch blöd"

Für sein Engagement soll Maradona allerdings 17 Millionen Mark verlangt haben. Dafür wolle er das Management sowie die Fußball-Schule des Clubs übernehmen. "Wenn ich nach Neapel zurückkehre, will ich wirklich mitarbeiten und etwas bewegen", hatte Maradona bereits früher bekräftigt, dass er sich nicht mit der Rolle eines Aushängeschilds begnügen wolle. Maradonas Intimfeind, der jetzige Club-Manager und frühere SSC-Präsident Corrado Ferlaino ist jedoch wenig vom angekündigten Comeback begeistert: "Maradona ist kein Manager." Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. "Ferlaino ist immer noch blöd", meinte Maradona.

In der Mannschaft des SSC Neapel, für den Maradona zweimal die italienische Meisterschaft, den Uefa-Pokal und den italienischen Cup geholt hatte, will er außerdem drei Abschiedsspiele in Buenos Aires, Neapel und Havanna bestreiten. Darüber hinaus solle in Neapel ein "Maradona Village" mit Restaurants und Geschäften entstehen, in denen Fan-Artikel des Clubs und von Maradona verkauft werden sollen.