Dokumentation: Die Rummenigge-Rede im Wortlaut - DER SPIEGEL
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Dokumentation Die Rummenigge-Rede im Wortlaut

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"(...) Es ist ein schwarzer Tag für den FC Bayern. Wir haben es nicht geschafft, heute das Spiel noch umzudrehen, haben 1:2 verloren. Und wenn ich ehrlich bin - mit dem Blick auf die Tabelle, fünf Spiele, ein Punkt - dann ist es schon ein bisschen ein Alptraum, was mir dazu einfällt. Das ist natürlich nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Wir haben hintereinander fünf erfolgreiche Jahre in der Champions League erlebt. Wir haben mindestens immer das Viertelfinale erlebt, auch Halbfinale, Finale und als Höhepunkt eben im Mai 2001 den Sieg in der Champions League.

Da dürfen wir nicht drumrum reden. Das was wir heute Abend hier erlebt haben, ist nicht nur eine Enttäuschung, das ist eine Blamage, das ist eine Schande für den FC Bayern. Und das ist natürlich nicht das, was eigentlich mit der Qualität der Mannschaft möglich ist. Sicherlich kann man hier viele Gründe anführen. Angefangen hat es mit dem ersten Spiel - La Coruña in München, wo wir zu locker, vielleicht auch ein bisschen arrogant an die Sache herangegangen sind und uns dann eben mit dem 2:3 uns Probleme eingehandelt haben. Das Ganze hat sich dann so wie roter Faden bis heute fortgesetzt.

Mit dieser Niederlage hier sind wir nicht nur aus der Champions League ausgeschieden, sondern traurigerweise haben wir auch überhaupt keine Chance mehr auf den dritten Platz und damit zumindest noch auf den Uefa-Cup. Das ist natürlich für uns doppelt schmerzlich. Es ist für das Image des FC Bayern, für den sportlichen Bereich eine absolute Enttäuschung. Aber es ist auch finanziell gesehen ein großes Loch, das da hinterlassen wird, das wir zu schließen haben. Und das wird sicherlich keine leichte Aufgabe sein.

Wir haben in den letzten Wochen oft über Schicksal gesprochen, über fehlendes Glück, über Pech. Aber wenn man ehrlich ist, dann muss man sagen: Wir haben dieses Schicksal auch nicht gezwungen. Es war mir einfach zu wenig Leidenschaft, die ich da heute in den ersten 65, 70 Minuten gesehen habe. Denn das sind natürlich Spiele - wenn man die big points machen will, die big points machen muss - da muss man Leidenschaft zeigen. Das ist nicht gelungen.

Ich glaube, die verbleibenden Wettbewerbe müssen ein großer, großer Anreiz sein. Wir sind Tabellenführer der Bundesliga, wir haben schwere Wochen vor uns, Sonntag in Bremen, dann kommt der deutsche Meister Borussia Dortmund, dazwischen haben wir noch den DFB-Pokal mit Hannover. Es muss ganz einfach eine Verpflichtung sein in den nächsten Wochen, diese Scharte zumindest teilweise auszuwetzen. Und ich denke, Wörter wie Disziplin - auch außerhalb des Platzes - wie Kampf, wie Leidenschaft, müssen bei uns wieder Hauptwörter werden. Um diesen Erfolg, den der Club braucht, dem der Club auch verpflichtet ist, wieder zu haben.(...)"

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