Doping Pantani geht in die Berufung
Berlin/Forli - Nachdem Marco Pantani am Montagabend wegen Sportbetrugs zu einer dreimonatigen Haftstrafe auf Bewährung, einer sechsmonatigen Sperre sowie einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Mark verurteilt worden war, will er jetzt in die Berufung gehen.
"Ich werde meine Unschuld beweisen, auch wenn ich bis zur letzten Instanz gehen muss", sagte der "Elefantino" nach dem Urteil. "Aber die seelischen Schmerzen, die mir dieses Land mit diesen ungerechtfertigten Anschuldigungen zugefügt hat, werde ich nie vergessen können."
Das Urteil gegen Pantani geht auf einen Vorfall vom 18. Oktober 1995 zurück. Bei einer Beinoperation in Folge eines schweren Sturzes beim Klassiker Mailand-Turin war bei Pantani ein zu hoher Hämatokritwert festgestellt worden, der als Indiz für die Einnahme des Blutdopingmittels Epo gilt, nicht aber als klarer Beweis.
Pantani, der zuletzt in die Schlagzeilen geriet, als er an einem Nachmittag drei Autounfälle produzierte, hat als "Wiederholungstäter" zu gelten. Auf der vorletzten Etappe des Giro d'Italia von 1999 wurde er mit dem Verdacht auf Doping als Spitzenreiter aus dem Rennen genommen und 14 Tage gesperrt. Beim Giro 2000 feierte er allerdings ein Comeback. Nach zwei Etappensiegen bei der anschließenden Tour de France stieg er aus und trat danach sportlich nicht mehr in Erscheinung. Inzwischen hat Pantani mit seinen Team-Kollegen von Mercatone Uno die Vorbereitung auf die kommende Saison begonnen.
In Italien ist neuerdings nicht nur die Einnahme von Doping-Mitteln strafbar, sondern auch die medizinische Anwendung verboten. Dopingsündern drohen Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren und Geldstrafen von umgerechnet 100.000 Mark.