Doping-Posse Mexikos Trainer schweigt sich aus
Frankfurt am Main - Mexikos Fußball-Verband wurde vom Weltverband Fifa zu einer Stellungnahme auf Grund der Doping-Verdächtigungen gegen die Spieler Aaron Galindo und Salvador Carmona aufgefordert. Fifa-Pressechef Markus Siegler erklärte heute auf einer Pressekonferenz: "Wir haben den mexikanischen Verband am Donnerstagmorgen schriftlich aufgefordert, zur Abreise der beiden Spielern und zu den Doping-Gerüchten deutlich Stellung zu beziehen. Wir erwarten eine Antwort noch im Laufe des Donnerstag", so Siegler.
Bei Mexikos Übungsleiter La Volpe sind die Nerven derzeit extrem angespannt. Statt endlich Licht ins Dunkel zu bringen, pöbelte er auf einer Pressekonferenz gegen unangenehme Fragensteller: "Die Journalisten sollen unsere sportlichen Leistungen beurteilen. Ich frage Sie ja auch nicht, wie es mit ihrer Frau läuft", so La Volpe.
Glaubt man den Aussagen des 53-Jährigen, wird die Fifa vergeblich auf eine Stellungnahme warten: "Die Rücksendung der beiden nach Mexiko hatte disziplinarische Gründe. Das ist eine persönliche Sache. Ich respektiere das Interesse der Journalisten und der Fifa, aber das ist eine persönliche Sache, und deshalb nehme ich dazu keine Stellung." Die Frage, ob er ausschließen könne, dass mexikanische Spieler gedopt gewesen seien, beantwortete da Volpe zweimal nicht.
Laut der Meldungen aus Mexiko soll es sich um interne Doping-Tests des mexikanischen Verbandes gehandelt haben. Die erste Probe vor dem Konföderationen-Cup soll bereits positiv gewesen sein, ebenso wie ein weiterer Test nach dem überraschenden 1:0 am vergangenen Sonntag gegen Brasilien. Offen ist noch, ob jeweils eine A- und B-Probe genommen wurde. Daraufhin seien die Spieler, so heißt es, nach Mexiko geflogen, um sich eventueller Kontrollen durch die Fifa zu entziehen.
Im Laufe des heutigen Tages verbreiteten mexikanische Medien sogar einen dritten Grund für die Abreise der Spieler. Die beiden Akteure sollen nicht wegen angeblichen Dopings oder aus diziplinarischen Gründen, sondern als Konsequenz aus einem internen Prämien-Streit nach Hause geschickt worden sein. Das berichten Mexikos Medien und berufen sich auf Aussagen von Ruben Omar Romano, Trainer der beiden Profis beim Erstligisten Cruz Azul.
"Es gab ein Problem mit den Prämien für die Mannschaft. Galindo und Carmona haben eine andere Auffassung als die übrigen Spieler, die letztendlich zurückgesteckt haben", erklärte der Coach der Nachrichtenagentur Notimex. Romano berichtete, er habe mit beiden Spielern am Mittwoch im Trainingslager des Klubs in Ixtapa Zihuatanejo an der Pazifikküste gesprochen. Der mexikanische Verband, der die Abreise mit einer disziplinarischen Maßnahme begründet hatte, lehnt nach wie vor weitere Erklärungen ab.