Dopingfall Gomez Bielefeld schaltet den DFB ein
Frankfurt am Main - Bielefeld legte am Dienstag beim Deutschen Fußball-Bund offiziell Einspruch gegen die Wertung der Zweitligapartie am 9. November bei Alemannia Aachen ein. Die Begegnung hatte die Arminia mit 0:2 auf dem "Tivoli" verloren. "Wir rechnen mit einer 2:0-Wertung für Bielefeld und einer Geldstrafe für den Verein", sagte Aachens Prädsient Horst Heinrichs, "Gomez hat nicht nur sich, sondern auch der Mannschaft und dem Verein großen Schaden zugefügt."
Der DFB hatte am Montag bekanntgegeben, dass der Kontrollausschuss ein Verfahren gegen Gomez eingeleitet hat, nachdem in der nach dem Match gegen Bielefeld genommenen A-Probe des Angreifers das Dopingmittel Methylprednisolon gefunden worden war. Gomez und sein Arbeitgeber hatten dem DFB bereits mitgeteilt, dass sie auf die Öffnung der B-Probe verzichten. Die Alemannia hat angekündigt, sich so schnell wie möglich vom 24 Jahre alten Franzosen trennen zu wollen.
Gomez hatte sich ohne Rücksprache mit der Alemannia wegen Leistenbeschwerden beim Arzt seines Ex-Clubs Royal Excelsior Virton behandeln lassen. Der Mediziner hatte das entzündungshemmende Methylprednisolon verbotenerweise intramuskulär verabreicht. "Mir war nicht bewusst, dass ich ein Medikament erhalte, das verboten ist. Ich habe einen Fehler gemacht und bedauere das sehr. Ich möchte mich bei allen Verantwortlichen dafür entschuldigen", teilte Gomez in einer schriftlichen Erklärung mit.
Verliert Aachen weitere Punkte?
Bis zum 8. Dezember könnte auch der 1. FC Nürnberg Protest gegen die Wertung seiner 0:1-Niederlage bei Alemannia Aachen am 24. November einlegen, da Gomez bei dieser Partie eingesetzt wurde und obendrein sogar den Siegtreffer markierte. Da Gomez nach dieser Partie nicht getestet wurde, müssten die Franken nach Paragraph 17, Absatz 2 der Anti-Doping-Richtlinien des DFB jedoch beweisen, dass die ihm nach dem Bielefeld-Spiel nachgewiesene Einnahme des verbotenen Mittels bis zum Tag des Nürnberg-Spiels Wirkung hatte.
Da bei dieser Begegnung FCN-Trainer Wolfgang Wolf von einem Gegenstand am Kopf getroffen wurde, hat der Bundesliga-Absteiger bereits den Antrag auf eine Neuansetzung auf neutralem Platz gestellt, über den am Donnerstag ebenso verhandelt wird wie über eine mögliche Geldstrafe oder Platzsperre gegen die Alemannia. Dem Zweitliga-Spitzenreiter droht damit innerhalb weniger Tage der Abzug von bis zu sechs Punkten am "Grünen Tisch". Damit würde die Elf von Trainer Jörg Berger nach dem jetzigen Tabellenstand auf Rang acht zurückfallen und hätte nur noch vier Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze.