Dortmund - Freiburg 1-0: BVB legt Heimkomplex ab - DER SPIEGEL
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Dortmund - Freiburg 1-0 BVB legt Heimkomplex ab

Nach zwei Heimniederlagen in Folge hat Borussia Dortmund am Freitagabend im Westfalenstadion den SC Freiburg bezwingen können.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dortmund - "Noch gibt es Ängste, dass sowas passieren kann wie im letzten Jahr. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir das Potenzial haben, um oben mitzuspielen", formulierte Nationalspieler Christian Wörns nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg über den SC Freiburg. Der Stachel der vorherigen Pleiten im Westfalenstadion gegen 1860 München (2:3) und speziell Schalke muss tief gesessen haben, denn der stets reservierte Coach Sammer offenbarte Emotionen: "Ich bin heute, sehr sehr glücklich."

Doch beinahe hätte "Freitag der 13." auch für die Borussen eine ominöse Bedeutung bekommen. Denn das Gehäuse der Gäste schien wie vernagelt, ehe das erste Saisontor des ehemaligen Freiburgers Jörg Heinrich (83.) auch bei den 60.200 Zuschauern wie eine Erlösung wirkte.

"Ob Platz eins oder zwei - das ist im Augenblick egal. Wichtig war, dass wir Ruhe bewahrt und gut gespielt haben. Für die Zuschauer war es sicherlich gut anzusehen", sagte Nationalspieler Heinrich und erinnerte an die zahlreichen brisanten Strafraumszenen. Da musste unter anderem der Freiburger Zoubaier Baya auf der Linie klären, traf Guiseppe Reina per Kopf nur die Latte, ehe Heinrich eine turbulente Szene im vierten Versuch eines Borussen erfolgreich abschloss.

Nach den letzten ernüchternden Heimvorstellungen hatte Sammer Heinrich aus der Abwehr ins Mittelfeld beordert. "Ich musste mir schließlich etwas einfallen lassen", so Sammer, der zudem noch die kurzfristigen Ausfälle der verletzten Lars Ricken und Jürgen Kohler kompensieren musste und quasi zur Rotation gezwungen wurde.

Nach langer Verletzungspause zeigte besonders Fredi Bobic wieder einen klaren Aufwärtstrend. "Es hat sogar richtig Spaß gemacht. Da war wieder Leidenschaft in unserem Spiel. Die heutige Nacht werde ich als Tabellenführer genießen," verriet der Ex-Stuttgarter.

Katerstimmung herrschte hingegen bei den Freiburgern. "Das Tor war typisch für unser eigenes Gestochere. Wir haben in der zweiten Halbzeit nur den Ball weggedroschen und fast darum gebettelt, dass Dortmund das Tor macht", wetterte der überragende SC-Keeper Richard Golz.

Untröstlich war Mittelfeldspieler Sebastian Kehl, der in der ersten Hälfte die Führung auf dem Fuß hatte. "Wir wollten hier mitspielen. Aber System hin und her: Wir haben verloren, und das ist große Kacke", ärgerte er sich vor laufenden Fernsehkameras. Denn mit neun Punkten auf dem Konto müssen sich die Südbadener wieder an untere Tabellenregionen orientieren. Das Fazit von Trainer Volker Finke nach dem ängstlichen Auftritt seiner Truppe: "Niederlage akzeptieren, nach Hause fahren und auf das Spiel gegen Schalke vorbereiten."

Von Günter Bork, sid