Dortmund - HSV BVB ist keine Top-Mannschaft
Dortmund - Matthias Sammer wollte nach der hervorragenden Vorstellung seiner Mannschaft im Samstagabendspiel gegen den Hamburger SV wieder einmal den Anfängen wehren. "Wer jetzt außerirdische Ziele formuliert, hat nicht erkannt, dass wir noch keine Top-Mannschaft sind", sagte der BVB-Trainer im Anschluss an den 4:2 (1:0)-Sieg seines Teams, der die Dortmunder punktgleich mit Schalke und Leverkusen bis auf zwei Zähler an Tabellenführer Bayern München heranbrachte.
Erstaunliche Trefferquote von Bobic
Auch der doppelte Torschütze Fredi Bobic (6./58.), der zudem die Vorarbeit für die weiteren Dortmunder Treffer von Addo (54.) und Fukal (82., Eigentor) lieferte, wollte angesichts seiner überstandenen Dürreperiode nicht in Euphorie verfallen "Ich bin kein Spieler, der 18 Jahre alt ist und die Nerven verliert. Da habe ich schon ganz andere Krisen gemeistert." Wann, wenn nicht gegen den Hamburger SV aber hatte der 29-Jährige auch wieder mal treffen wollen. In 13 Spielen gegen die Norddeutschen weist der gebürtige Schwabe jetzt die geradezu unheimliche Quote von zwölf Toren auf.
Bobic dankte seinem Trainer für das ihm gerade nach der vor Wochenfrist in Bremen gezeigten Nicht-Leistung entgegen gebrachte Vertrauen, und Sammer retournierte brav. "Ich habe viel mit ihm gesprochen. Er soll sich nicht über Kleinigkeiten aufregen und sich nicht selbst runterziehen, sondern weiter arbeiten." Ein Programm, das der Trainer in den nächsten Wochen auch für den Rest des Kaders vorsieht.
"Deshalb sind wir keine Spitzenmannschaft"
"Ich habe auch einige Dinge gesehen, die mir nicht gefallen haben", grantelte Sammer. Er werde einfach nicht verstehen können, warum seine Mannschaft sich nach einer 3:0-Führung und dem Platzverweis für den Hamburger Iraner Vahid Hashemian - nach einem rüden Foul am erneut in der Rolle des Regisseurs zu gefallen wissenden Tomas Rosicky (70.) - noch zwei Gegentore durch Sergej Barbarez (77.) und Erik Meijer (90.) habe einfangen können. "Deshalb sind wir keine Spitzenmannschaft, der passiert so etwas nicht", wetterte Sammer.
Davon eine Spitzenmannschaft zu sein, ist der Hamburger SV nach der achten Auswärtsniederlage in Folge weit entfernt. Nach einer guten ersten Halbzeit brachen die Norddeutschen ein, produzierten wie zuletzt schon haarsträubende Fehler in der Abwehr und sind jetzt nur noch einen Punkt von einem Abstiegsrang entfernt und das hat wohl nicht nur Hamburgs Bester am Samstagabend erkannt: "Wir stecken mitten drin im Abstiegskampf", sagte Sergej Barbarez und entschwand in den abfahrbereiten Mannschaftsbus.
Borussia Dortmund - Hamburger SV 4:2 (1:0)
1:0 Bobic (6.)
2:0 Addo (53.)
3:0 Bobic (59.)
Rote Karte: Hashemian wegen groben Foulspiels (70.)
3:1 Barbarez (77.)
4:1 Fukal (82., Eigentor)
4:2 Meijer (90.)
Dortmund: Laux - Wörns, Oliseh, Kohler (62. Metzelder), Dede - Ricken, Rosicky, Heinrich - Addo, Bobic (87.Nijhuis), Reina (52. Nerlinger)
Hamburg: Butt - Hertzsch, Hoogma, Ujfalusi - Fukal, Kovac, Hollerbach - Barbarez (87. Töfting) - Präger (52. Hashemian), Yeboah (62. Meijer), Heinz
Schiedrsrichter: Dr. Wack (Biberach)
Zuschauer: 64.500