Dortmund - Stuttgart: Die Moral der Borussia - DER SPIEGEL
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Dortmund - Stuttgart Die Moral der Borussia

Nach sieben Spielen in 21 Tagen feierte einen wichtigen Sieg gegen einen frechen VfB Stuttgart und freut sich auf die Länderspielpause.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dortmund - Mit schweren Beinen feierten die Millionen-Stars den ersten Bundesliga-Heimsieg seit drei Monaten. "Ich bin stolz, dass die Mannschaft nach dem Ausscheiden in der Champions League Reaktion gezeigt hat. Einige gehen auf dem Zahnfleisch. Ich habe jedenfalls zuvor noch nie einen Brasilianer mit einem Krampf gesehen", erklärte Trainer Matthias Sammer nach dem glücklichen 1:0 (1:0) von Borussia Dortmund über den VfB Stuttgart, mit dem der angestrebte Sprung auf Platz drei der Tabelle gelang.

"Schwierige Phase"


"Nur das ist im Moment wichtig. Wir haben drei englische Wochen hinter uns und stecken in einer schwierigen Phase", meinte Kapitän Lars Ricken, der die Borussia in dem bislang wohl schlechtesten Saisonspiel im Westfalenstadion mit seinem vierten Saisontreffer (51.) vor Schlagzeilen trächtigen Wochen und einer turbulenten Jahreshauptversammlung am Sonntag bewahrte. Noch immer hat der BVB die Saison 1999/2000 nicht vergessen, als dem Aus in der "Königsklasse" der Sturz in den Kreis der Abstiegsaspiranten folgte.

Christian Wörns, der wie Ricken mit einer starken Vorstellung vor 66.000 Zuschauern die Nominierung für die Playoff-Spiele der Nationalmannschaft gegen die Ukraine (10. und 14. November) rechtfertigte, meinte: "Die letzten Wochen haben viel Kraft gekostet, weil uns durch Sperren und Verletzungen die Alternativen gefehlt haben. Man musste heute mehrere Schweinehunde überwinden. Ich bin froh, dass ich nun zweieinhalb Tage relaxen kann, bevor es zur Nationalmannschaft geht."

Schwache erste Halbzeit


Moral und Kampf hätten gestimmt, doch spielerische Elemente seien auf der Strecke geblieben, gab Wörns zu. Die erste Halbzeit beschrieb der Manndecker treffend als "total schwach". Denn Nationaltorhüter Jens Lehmann verhinderte ein frühzeitiges Debakel. Allein der Rumäne Ioan Viorel Ganea und Jens Todt hätten den Sack zugunsten der Schwaben schon vor der Pause zumachen müssen. Vier Tage nach dem 0:2 in der Champions League beim FC Liverpool schienen die Borussen selbst die elementarsten Dinge ihres Sports vergessen zu haben.

"Der Druck und die Enttäuschung waren groß. Die Niederlage in Liverpool hatte Spuren hinterlassen", resümierte BVB-Manager Michael Meier. Die Länderspiel-Pause wolle man intensiv nutzen, um sich auf die zweite Phase der Bundesliga vorzubereiten. Doch schon im kommenden Auswärtsspiel bei 1860 München ist erneut Improvisation angesagt, denn Evanilson und Ricken sind wegen ihrer jeweils fünften Gelben Karte gesperrt.

Stuttgart überzeugte


Allerdings mussten die Borussen auch die überzeugende Vorstellung des Gegners anerkennen. Wörns: "Stuttgart hat kompakt und diszipliniert gestanden und bewiesen, dass es nicht von zufällig so gut in der Tabelle steht." VfB-Trainer Felix Magath stimmte zu: "An der Leistung meiner Mannschaft gibt es nichts auszusetzen. Sie hat sich gut verkauft und ist auch nach dem Rückstand nicht eingebrochen. Unsere Punkte werden wir woanders holen. Die Niederlage in Dortmund wird uns nicht zurückwerfen."

Borussia Dortmund - VfB Stuttgart 1:0 (0:0)
1:0 Ricken (51.)
Borussia Dortmund: Lehmann - Evanilson, Wörns, Metzelder, Dede (80. Madouni) - Stevic, Ricken - Rosicky - Ewerthon (68. Sörensen), Koller, Amoroso (90. Oliseh)
VfB Stuttgart: Hildebrand - Hinkel, Marques, Bordon, Wenzel - Tiffert (46. Carnell), Soldo, Todt (75. Meißner) - Hleb, Balakow - Ganea (61. Adhemar)
Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
Zuschauer: 66.000
Gelbe Karten: Ewerthon, Ricken (5.), Evanilson (5.) / Todt

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