Dortmunder Schlamassel BVB feuert van Marwijk, Hitzfeld sagt ab
Dortmund - Die Entscheidung, die Zusammenarbeit schon nach Abschluss der Bundesliga-Hinrunde zu beenden, fiel nach einem Gespräch, das der Vorsitzende der BVB-Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke, und Sportdirektor Michael Zorc mit van Marwijk führten.
Zuvor hatte Hitzfeld, der mit dem BVB 1995 und 1996 Deutscher Meister wurde, das Angebot der Borussia abgelehnt. Watzke hatte zuvor bestätigt, Hitzfeld ein konkretes Angebot unterbreitet zu haben.
"Ich bin sehr zuversichtlich, zeitnah und wenn möglich noch in dieser Woche einen Nachfolger für van Marwijk zu präsentieren", sagte Watzke. "Wir stehen unter Druck, verfallen aber nicht in Hektik."
In einem "Premiere"-Interview erteilte Hitzfeld seinem ehemaligen Verein jedoch eine Absage: "Nach reiflicher Überlegung habe ich Herrn Watzke heute mitgeteilt, dass ich weiterhin meinem Job als Fußball-Experte bei Premiere nachgehen und Borussia Dortmund nicht zur Verfügung stehen werde." Das Gespräch habe in einer ausgesprochen harmonischen Atmosphäre stattgefunden. "Ich wünsche Herrn Watzke und auch allen Fans von Borussia Dortmund viel Erfolg für die in der Rückrunde anstehenden Aufgaben", so Hitzfeld.
Bereits vor einer Woche hatte Borussia Dortmund mitgeteilt, dass der jetzige Trainer, Bert van Marwijk, ab Saisonende den Verein nicht mehr betreuen wird. Die 1:2-Niederlage gestern im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, durch die der BVB auf Rang neun der Bundesliga-Tabelle abrutschte, war der vorübergehende Tiefpunkt, der die heutige Entlassung zur Folge hatte.
Van Marwijk ist erst der zweite Trainer in dieser Saison, der seinen Posten frühzeitig räumen muss. Bislang war nur Peter Neururer (Hannover 96) entlassen worden. Dessen Nachfolger Dieter Hecking verließ Alemannia Aachen freiwillig, um bei den Hannoveranern arbeiten zu können.
Hitzfeld, der bereits von 1991 bis 1998 beim BVB tätig war und neben zwei Meisterschaften (1995 und 1996) auch die Champions League (1997) gewann, war am Wochenende bereits als Nachfolger von Thomas Doll beim Hamburger SV im Gespräch. Aber auch dort hatte er abgesagt.
fpf/sid