Drogen-Affäre: Daum packt aus - DER SPIEGEL
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Drogen-Affäre Daum packt aus

Heute um 14 Uhr ist es soweit. Christoph Daum wird sich auf der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz im Kölner Hyatt Hotel zur Kokain-Affäre äußern.
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Köln - Höchstwahrscheinlich wird der am 21. Oktober vergangenen Jahres entlassene Ex-Trainer des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen erstmalig öffentlich einräumen, Kokain geschnupft zu haben.

Der 47-Jährige, gegen den die Staatsanwaltschaften Köln und Koblenz wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ermitteln, dürfte jedoch betonen, nur ein Gelegenheitskonsument gewesen zu sein und keinesfalls ein Drogenabhängiger. "Ich will die Sache beenden und frei sein", sagte Daum der "Bild"-Zeitung. Er wolle "so weit wie möglich Stellung beziehen".

Daum war anscheinend kein Dauerkonsument

Der Fußball-Coach ("Ich bin zur Kooperation mit der Polizei bereit") war gestern nach 82 Tagen und kurz vor Ablauf seines drei Monate gültigen Touristenvisums aus dem Exil in Florida zurückgekehrt. Dafür, dass er keinesfalls ein Großabnehmer für die In-Droge gewesen ist, sprechen auch die Aussagen der Staatsanwaltschaft Köln. Bei einer kleinen bis mittleren Menge Kokain bestehe "die Möglichkeit, das Verfahren gegen Erlass eines Strafbefehls zu beenden", hatte die Kölner Oberstaatsanwältin Regina Appenrodt erklärt.

Daums Anwälte scheinen von den Strafverfolgungsbehörden Signale erhalten zu haben, dass ihr heimgekehrter Mandant, gegen den in Deutschland kein Haftbefehl vorlag, gute Chancen habe, vergleichsweise glimpflich davonzukommen. Im Gegensatz zum Erwerb von Drogen ist der reine Konsum nicht strafbar. Von einer Geldstrafe in Höhe von angeblich einer Million Mark ist die Rede.

Ermittlungen nicht nur gegen Daum

Der Leitende Oberstaatsanwalt in Koblenz, Erich Jung, bezeichnete diese Spekulationen zwar als "Unsinn", räumte jedoch gleichzeitig ein, dass sich das Ermittlungsverfahren "aber nicht nur gegen Herrn Daum, sondern auch gegen andere Personen" richte.

Bereits gestern hatte Daum, der durch eine positive Haaranalyse der Einnahme von Kokain überführt worden war und auf Grund des Testergebnisses seinen vereinbarten Posten als Bundestrainer verloren hatte, angekündigt, Rede und Antwort zu stehen: "Ich habe lange genug schweigen müssen. Jetzt werde ich zu einigen Dingen klar Stellung beziehen, damit wir uns in Zukunft auf den Fußball konzentrieren können." In alter Manier tönte der Kölner, der von seinem alten Club Leverkusen eine Abfindung von angeblich zwei Millionen Mark erhalten haben soll: "Ich werde alle Interessenten zufrieden stellen."

Über seine genaue Zukunft im Fußballgeschäft ist sich Daum, der grundsätzlich wieder als Coach arbeiten will, noch nicht im Klaren. "Andere Dinge haben jetzt erst mal Vorrang. Über einen Trainerjob werde ich auf keinen Fall vor Ende März eine Entscheidung treffen."