Drohende Insolvenz FCK leistet Offenbarungseid
Kaiserslautern - "Wir brauchen dringend eine Finanzspritze von fünf Millionen Euro", erklärte der vom Amtsgericht Kaiserslautern zum Notvorstand bestellte René C. Jäggi. Aus diesem Grund sahen sich die Verantwortlichen des pfälzischen Traditionsklubs dazu gezwungen, die Transferrechte an Lauterns Stürmer Miroslav Klose zu verkaufen.
Die Summe von fünf Millionen Euro will eine nicht genannte Firma auf den Tisch legen. Der 25-Jährige, dessen Vertrag bis zum 30. Juni 2005 läuft, soll aber mindestens bis zum Sommer 2004 weiter bei den Pfälzern spielen. Zu diesem Zeitpunkt kann Klose, der eine Ausstiegsklausel besitzt, den Verein für fünf Millionen Euro verlassen. Derzeit gibt es laut Klose keine Angebote von anderen Vereinen. "Er will weiter hier spielen", behauptete Vorstandsmitglied Gerhard Herzog.
Heilige Kühe sollen nicht geschlachtet werden
Der in der Formkrise steckende Stürmer ist mit der Abmachung zu einer Ware geworden, deren Verkauf
dem Verein möglicherweise das Leben rettet. "Er hat kein Problem mit
dieser Vereinbarung", berichtete Jäggi über ein Gespräch mit Klose
und dessen Berater.
Mit dem Geld könnte der Verein den kurzfristig erwarteten
Liquiditäts-Engpass beheben. Die fünf Millionen Euro reichen jedoch nicht aus, um den FCK
auf Dauer am Leben zu erhalten. Nur ein mittelfristiges
Sanierungskonzept mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz, der
Stadt Kaiserslautern und der Banken könne den Verein vor dem Aus
retten. "In den nächsten vier Wochen entscheidet sich, ob es zum
Crash kommt", sagte Jäggi.
Der Bundesligakader soll von 29 auf 23 Spieler reduziert werden,
im Personalbereich soll es eine drastische Kostensenkung geben. Auch
Gehaltsreduzierungen- oder -aussetzungen, Entlassungen und sogar den
Verkauf des Fritz-Walter-Stadions wollte Jäggi nicht ausschließen.
"Wir müssen an alles denken. Aber es gibt heilige Kühe. Bevor man die
schlachtet, muss man mit allen reden", sagte der Schweizer.
Das Bundesliga-Schlusslicht erwartet nach den bisherigen Planungen für das laufende Geschäftsjahr bis zum 30. Juni 2003 einen Verlust in Höhe von 9,4 Millionen Euro.