Reinhard Häfner ist tot: Dynamo Dresden trauert um Fußball-Legende - DER SPIEGEL
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DDR-Fußball-Legende Dynamo Dresden trauert um Häfner

Der ehemalige DDR-Nationalspieler Reinhard Häfner ist tot. Im Alter von 64 Jahren erlag der Ehrenspielführer des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden einem Krebsleiden.
Reinhard Häfner
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Reinhard Häfner

Foto: imago
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Im olympischen Fußball-Finale 1976 in Montreal hatte Reinhard Häfner mit einem unwiderstehlichem Solo und dem anschließenden Tor zum 3:1 gegen Polen seine Karriere gekrönt. Häfner setzte sich damals ein Denkmal im DDR-Fußball. In der Nacht zu Montag verstarb er 64-jährig in seiner Dresdner Wohnung. Sein Tod nach schwerer Krebskrankheit versetzt Familie, Freunde, Weggefährten und die Dresdner Fußball-Fans in tiefe Trauer.

"Das ist ein Schock. Beim Spiel gegen Stuttgart vor einer Woche habe ich noch im Stadion mit ihm gesprochen", sagte Häfners ehemaliger Mitspieler Eduard Geyer. Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge trat mit zittriger Stimme und Tränen in den Augen vor die Presse. "Reinhard war für mich und den Verein etwas ganz Besonderes. Er hat sowohl als Spieler als auch als Trainer Großes für den Verein geleistet, war immer ein Kämpfer gegen alle Widrigkeiten. Ruhe in Frieden", sagte Häfners ehemaliger Teamkollege und Spieler.

Dynamo kündigte zu Ehren des Verstorbenen für das DFB-Pokalspiel gegen Arminia Bielefeld am Dienstag eine Schweigeminute an. Das Team wird mit Trauerflor auflaufen.

Technische Brillanz, Spielübersicht und Cleverness zeichneten Häfner aus. "Er war ein exzellenter Fußballer. Er war unglaublich schnell, ein sehr guter Torvorbereiter", urteilte Geyer. 391 DDR-Oberligaspiele für den FC Rot-Weiß Erfurt (25) und Dynamo Dresden zeugen von Häfners Ausnahmekarriere.

Vier Meisterschaften mit Dynamo, dazu vier Pokalsiege rundeten neben dem Olympiasieg die sportliche Laufbahn des 58-fachen DDR-Nationalspielers ab. Noch während seiner aktiven Laufbahn erwarb er das Sportlehrer-Diplom. Unmittelbar nach seinem Karriereende 1988 stieg er in das Trainergeschäft ein. Er wurde zunächst Assistent von Geyer bei Dynamo, später sein Nachfolger als Cheftrainer. Häfner führte seinen Club 1990 zur letzten DDR-Meisterschaft und zum letzten DDR-Pokalsieg. Ein Jahr später stieg er mit Dynamo in die Bundesliga auf, wurde aber sofort nach Saisonende entlassen. Dafür wurde er mit Manageraufgaben betraut.

1993 verließ Häfner Dynamo und heuerte als Trainer beim Zweitligisten Chemnitzer FC an, den er zwei Jahre betreute. Später trainierte er noch unterklassige Vereine, unter anderen auch den Halleschen FC. Häfner arbeitete als Sporttherapeut in einer ambulanten Dresdner Rehaklinik.

krä/sid/dpa