Dynamo-Krawalle Dresden erwartet empfindliche Strafe
Randale beim Pokalspiel: Dresden muss mit einer Strafe rechnen
Foto: Kevin Kurek/ dpaHamburg - Nach den schweren Krawallen beim Pokalspiel in Dortmund ermittelt der DFB-Kontrollausschuss, dem unterlegenen Zweitligisten Dynamo Dresden droht eine hohe Strafe. "So massive Angriffe gegen die Polizei habe ich in meiner Laufbahn als Polizeiführer von Fußballeinsätzen noch nicht erlebt", sagte Polizei-Einsatzleiter Peter Andres nach dem 2:0 (1:0)-Sieg des deutschen Fußball-Meisters Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden.
Das sportliche Geschehen geriet schnell in Vergessenheit. "Wir sind massiv angegriffen worden. Der Einsatz war Schwerstarbeit", sagte Andres. In einer ersten Bilanz resümierte die Polizei 17 Verletzte, davon zwei Beamte, 15 Festnahmen und 17 Strafanzeigen.
Die Randalierer haben im Stadion einen Sachschaden von rund 150.000 Euro verursacht. Das teilte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit. Demnach wurden Verkaufsstände und 200 Sitze zerstört oder beschädigt, zudem Toilettenanlagen in Brand gesetzt. "Wir stehen in Kontakt mit Dynamo, wir können den Verantwortlichen keinen Vorwurf machen. Wir wollen die Schäden aber ersetzt haben und lassen das juristisch prüfen", sagte Watzke.
DFB hat Ermittlungen aufgenommen
Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist tätig geworden. "Der Kontrollausschuss hat die Ermittlungen aufgenommen", sagte DFB-Medienchef Ralf Köttker am Mittwoch. Dresden droht eine empfindliche Strafe, denn die Anhänger des Vereins gelten als Wiederholungstäter. Das Spiel wurde wegen der Randale 15 Minuten später angepfiffen und musste dreimal unterbrochen werden.
"Das Image haben wir uns erst mal wieder deutschlandweit versaut", sagte Dynamo-Präsident Andreas Ritter. Schon vor dem Spiel waren Polizisten mit Steinen, Flaschen und Leuchtraketen attackiert worden. Rund 10.000 Gäste-Fans waren ins Ruhrgebiet gekommen. Nur ein großes Aufgebot an Einsatzkräften konnte ein Stürmen des Dortmunder Fanblocks verhindern. Während der Partie zwangen Pyrotechniken, Knallkörper und eine Laserattacke gegen Nationalspieler Mario Götze Schiedsrichter Peter Gagelmann, das Spiel dreimal zu unterbrechen.
Pokal-Randale: Krawallnacht in Dortmund
Als hinterher Dynamo-Anhänger über die Zäune klettern wollten und auf Ordner einschlugen, ging die Polizei mit Schlagstöcken und Pfefferspray dazwischen. Danach randalierten die Fans weiter und beschädigten Verkaufsstände und Stadioneinrichtungen. Nach BVB-Angaben entstand ein Schaden in Höhe von etwa 150.000 Euro.
"Das wirft uns zurück"
Dresdens Sportlicher Leiter Steffen Menze war erschüttert: "Wir hatten es nicht nötig, so ein Zeichen für die Fan-Szene zu setzen. Das wirft uns zurück." Der Verein hatte in der Vergangenheit im Dialog mit den Fans versucht, die Probleme in den Griff zu bekommen.
Vor der Partie mussten Zufahrtswege gesperrt werden, die Spieler kamen verspätet ins Stadion. "Es ist schon komisch, nicht ins eigene Stadion zu kommen. Wir waren ja nur 500 Meter entfernt im Hotel und durften nicht los", schilderte BVB-Kapitän Sebastian Kehl. Der Dresdner Bus legte derweil am Straßenrand eine Zwangspause ein.
"Emotionale Stimmung im Stadion liebe ich, wenn es im Rahmen bleibt. Aber in dem Moment, wo Leute gefährdet werden, hört der Spaß auf. Als es hier geknallt hat, was es definitiv zu viel", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) appellierte nach den Ausschreitungen an die Vereine und ihre Anhänger: "Verbände und Fußballfans dürfen in ihren Bemühungen nicht nachlassen, die Gewalt im Fußballgeschehen zu stoppen. Aus den Vereinen und Stadien muss das unmissverständliche Signal ertönen: Wir wollen euch hier nicht haben", sagte der GdP-Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut in Berlin. Stadionverbote müssten konsequent ausgesprochen und die Sportgerichtsbarkeit müsse auf die An- und Abreisewege der Zuschauer erweitert werden, erklärte Witthaut.