Effenberg-Saga "Man kann sagen, ich bin ein Feigling"
München - Der neue DFB-Teamchef Rudi Völler muss den Neuaufbau der deutschen Fußballnationalmannschaft definitiv ohne Stefan Effenberg beginnen. "Das Thema ist durch. Wenn man von einem Neuaufbau der Nationalmannschaft spricht, sollte man dies mit Jüngeren machen und nicht einen 32-Jährigen reaktivieren", sagte der Regisseur vom Deutschen Meister Bayern München am Freitagmorgen und beendete damit endgültig die Spekulationen über sein Comeback in der DFB-Auswahl. "Man kann sagen, ich bin ein Feigling und traue mich nicht. Aber ich stehe zu dem, was ich vor zwei Jahren gesagt habe. Da können die Experten sagen, was sie wollen", erklärte Effenberg. Mit widersprüchlichen Äußerungen hatte "Effe" seit der Inthronisierung von Völler am vergangenen Sonntag selbst für Unruhe gesorgt und sich in eine Sackgasse manövriert. Ein Comeback nach zwei Jahren Pause ist für den exzentrischen Blondschopf nach seiner unmissverständlichen Absage von Freitag ausgeschlossen.
Zwar ehre es ihn, wenn sein Name immer wieder ins Gespräch gebracht werde, doch wolle er seine ganze Kraft und Konzentration dem FC Bayern widmen. "Andere Faktoren sind für mich wichtiger", sagte Effenberg. Ein Gespräch mit Völler schloss er dennoch nicht aus, allerdings wolle er mit ihm nur über "Gott und die Welt" und nicht über eine Rückkehr ins Nationalteam reden.
Auch die Vergabe der WM 2006 nach Deutschland kann den 35-maligen Nationalspieler nicht umstimmen. Zur Zeit arbeitet Effenberg an seinem Comeback beim FC Bayern. Wegen einer hartnäckigen Achillessehnenverletzung, die er sich im letzten Saisonspiel gegen Werder Bremen zugezogen hatte, kann er derzeit nicht am Trainingsbetrieb des deutschen Rekordmeisters teilnehmen.
Während sich die Bayern seit Montag im Trainingslager in Rottach/Egern am Tegernsee auf die neue Saison vorbereiten, lässt sich Effenberg täglich zweimal medizinisch behandeln. Besserung ist in Sicht: "Es sieht so aus, dass ich nächste Woche wieder einsteige. Wir müssen das schnell in den Griff kriegen, damit ich topfit in die Saison gehen kann. Noch habe ich ja sechs Wochen Zeit", erklärte Effenberg.