Eklat um TV-Übertragung: Poschmann live - DER SPIEGEL
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Eklat um TV-Übertragung Poschmann live

Wegen ungeklärter Übertragungsrechte und einer drohenden Millionenklage der spanischen Telefongesellschaft Telefonica sahen die ZDF-Zuschauer am Samstag nicht die WM-Auslosung, sondern nur Sportreporter Wolf-Dieter-Poschmann. Den immerhin live!
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Erst kurz vor der als Live-Übertragung aus der südkoreanischen Hafenstadt Busan stellte sich heraus, dass das ZDF keine Live-Bilder ausstrahlen konnte. Der Grund: Das Zweite Deutsche Fernsehen konnte die Bilder für Deutschland nicht verschlüsselt senden. Die Auslosung wäre somit beispielsweise auch live auf der Urlauberinsel Mallorca zu empfangen gewesen. Dagegen hatte sich Telefonica als Inhaber der spanischen TV-Rechte an der Ziehung in der Bexco Exhibition Hall von Busan gewehrt.

Der am Samstag kurz vor der Sendung zusammengeschusterte Kompromiss für die "Live-"Übertragung ab 11 Uhr im ZDF sah wie folgt aus: Moderator Wolf-Dieter Poschmann durfte die Auslosung im Studio live kommentieren, Bilder waren jedoch nicht zu sehen. Diese Übereinkunft hatten in einer hektischen Absprache KirchMedia und ZDF-Intendant Professor Dieter Stolte erzielt. Bei Sat.1 ist es bei der Bundesliga-Berichterstattung usus, dass keine Bilder nach Österreich oder die Schweiz ausgestrahlt werden, da diese selbst für die Bundesliga-Rechte bezahlen müssten.

Der jetzige Eklat bei der Auslosung könnte ein Vorgeschmack auf die kommende WM in Südkorea und Japan (31. Mai bis 30. Juni 2002) gewesen sein. Bis zum kommenden Sommer müssen die öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und das ZDF die technischen Voraussetzungen schaffen, ihr WM-Programm bei Live-Spielen verschlüsselt auszustrahlen. Ansonsten droht den deutschen Fußballfans eine Hörspiel-WM.