England gegen Ukraine Rückkehr des Rammbocks
Hamburg - Es war die große Frage, die ganz England vor der EM beschäftigte: Kann die englische Nationalmannschaft in den ersten beiden Partien der Vorrunde auch ohne ihren gesperrten Superstar Wayne Rooney bestehen? Spätestens seit dem 3:2-Erfolg gegen Schweden ist die Antwort klar: Sie kann. Im abschließenden Gruppenspiel gegen die Ukraine (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) reicht nun bereits ein Unentschieden zum Viertelfinal-Einzug.
Mit Danny Welbeck und Andy Carroll haben gleich zwei etatmäßige Reservisten auf der Stürmerposition gegen Schweden ihre Klasse unter Beweis gestellt. Die beiden Jungstars erzielten jeweils einen Treffer. Besonders das Tor von ManUnited-Profi Welbeck sorgte bei den Briten für regelrechte Jubelstürme. Per Hacke hatte der 21-Jährige den entscheidenden Treffer gegen die Skandinavier erzielt.
Die "Daily Mail" fragte am Tag nach dem Erfolg gegen Schweden provokant: "Rooney kommt jetzt zurück. Aber wer braucht Wayne Rooney, wenn er Danny Welbeck und Andy Carroll hat?"
Gegen die Ukraine kehrt Rooney nach seiner Rotsperre aus dem Qualifikationsspiel gegen Montenegro ins Team der "Three Lions" zurück. Trainer Roy Hodgson hat nun ein Luxusproblem. Bringt er den Superstar von Manchester United, muss er entweder Welbeck oder Carroll wieder zum Reservisten degradieren. Möglicherweise sogar beide, falls Hodgson genau wie im ersten Spiel gegen Frankreich auf ein System mit nur einem Stürmer setzt. Verzichtet Hodgson allerdings auf Rooney, könnte ihm das bei einem möglichen Ausscheiden Englands den Job kosten.
England vs. Ukraine: Platz da für Rooney
Schließlich gilt Rooney als Englands einziger Stürmer von Weltformat. Mit seinen Toren soll er die Briten zum EM-Titel schießen. Dass der 26-Jährige gut in Form ist, hat er in der abgelaufenen Saison eindrucksvoll bewiesen. Für Manchester erzielte Rooney in allen Wettbewerben 34 Tore. Welbeck, seine Teamkollege bei United, kam lediglich auf zwölf. "Wenn ich ihn rauslassen würde, wäre in der Kabine doch der Teufel los", so Hodgson.
Stammplatzgarantie für Rooney
Der 64-jährige Coach gab seinem Superstar eine Stammplatzgarantie für das entscheidende Spiel gegen die Ukraine: "Wayne wird auf seiner Position als hängende Spitze spielen", so Hodgson: "Die Jungen dürfen mir jederzeit gern ein Luxusproblem bereiten, aber Wayne ist ein besonderer Spieler, den man eigentlich nicht rauslassen kann. Wenn so ein Spieler gesperrt ist, sehnt man sich nach seiner Rückkehr. Nun ist die Sperre abgelaufen, also kehrt er auch zurück."
Auch in der Mannschaft ist das Ansehen Rooneys riesig. "Unser Ziel war es, bis zur Rückkehr von Wayne nicht zu viel Boden zu verlieren. Und das haben wir geschafft", sagte Kapitän Steven Gerrard, der ebenfalls keinen Zweifel an dem Stürmer zulässt. Mit Blick auf das Spiel gegen die Ukraine fügte er hinzu: "Waynes Rückkehr wird eine massive Verstärkung für uns sein".
Doch wirklich überzeugt hat Rooney für England in wichtigen Phasen bisher noch nicht. Bei der WM 2006 war er erst verletzt und sah dann im Viertelfinale Rot, bei der WM 2010 blieb er ohne Tor, die EM 2008 hatte England mit ihm verpasst. Für Rooney wird es gegen die Ukraine also höchste Zeit, eine Top-Leistung abzuliefern.
Andernfalls könnten ihm die Jungstars im Team den Rang ablaufen.
England - Ukraine 20.45 Uhr (in Donezk)
(voraussichtliche Aufstellungen)
England:
Hart - A. Cole, Lescott, Terry, G. Johnson - Gerrard, Parker - Milner, Rooney, A. Young - Welbeck
Ukraine: Pjatow - Gussew, Michalik, Khacheridi, Rakytskyy - Tymoschtschuk - Jarmolenko, Garmash, Konoplyanka - Schewtschenko, Devic
Schiedsrichter: Kassai (Ungarn)