Deutschland gegen Nordirland: Löw fordert Tempo und Risiko - DER SPIEGEL
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+++ EM-Newsblog +++ Russischer Fanaktivist Schprygin trotz Ausweisung wieder im Stadion

Ausgewiesen, eingereist, festgenommen und bald wohl wieder ausgewiesen. Ein russischer Fanaktivist treibt Spielchen mit den französischen Behörden. Außerdem im EM-Newsblog: Der Bundestrainer redet Klartext.
Russische Randalierer in Lille
Russische Randalierer in Lille

Russische Randalierer in Lille

Foto: LEON NEAL/ AFP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

@@22:08 Uhr

Rechtsradikaler russischer Fanaktivist trotz Ausweisung im Stadion

Der gerade erst aus Frankreich ausgewiesene russische Rechtsradikale Alexander Schprygin hat seine Drohung wahrgemacht und saß am Montagabend während des Spiels der Russen gegen Wales in Toulouse schon wieder auf der Tribüne. Allerdings wurde er nach kurzer Zeit von der Polizei festgenommen.

"Ich wurde nicht abgeschoben, sondern nur ausgewiesen", sagte der Russe der Nachrichtenagentur AFP: "Mein Visum ist gültig, ich habe eine Karte für das Spiel." Die Polizei sah dies anders und nahm Schprygin in Gewahrsam.

Zusammen mit 19 anderen war er am Samstag des Landes verwiesen worden, weil die Behörden befürchteten, die Gruppe könnte für Unruhen sorgen wollen. Insgesamt hatte die französische Polizei 43 russische Staatsbürger in Verbindung mit den blutigen Ausschreitungen von Marseille am 11. Juni festgesetzt. 20 wurden wieder auf freien Fuß gesetzt, gegen drei sprach ein Schnellgericht ein- bis zweijährige Haftstrafen aus.

Schprygin ist Gründer ein zweifelhaften Fan-Organisation und war in der Vergangenheit unter anderem mit dem Hitler-Gruß aufgefallen. Dass er am Montag ins Stadion gelangen konnte, lässt große Zweifel an der Qualität der Kontrollen bei der Einreise und beim Betreten des Stadions aufkommen.

@@20:26 Uhr

Löw fordert "volles Risiko"

Gegen die Nordiren fordert Bundestrainer Joachim Löw eine klare Leistungssteigerung gegenüber dem torlosen Auftritt gegen Polen. "Umschalten im letzten Drittel, Tempo und alles riskieren, das müssen wir hinkriegen", formulierte er die Vorgabe an seine Mannschaft. Weltmeister Deutschland will sich mit einem Sieg am Dienstag Platz eins in der Gruppe C sichern. Zur Aufstellung verriet Löw in einem ARD-Interview nur soviel: "Die eine oder andere frische Kraft würde uns bei diesem Spiel gut tun."

@@19:42 Uhr

Deutschland heute schon im Achtelfinale?

Am Einzug der deutschen Nationalmannschaft ins Achtelfinale gibt es wenig Zweifel. Aber schon heute könnten sich die Deutschen vorzeitig qualifizieren - auch ohne selbst zu spielen. Dafür kommt es auf die Engländer an:

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@@19:21

@@18:20 Uhr

Kompliziertes Regelwerk: Gegen wen spielen wir denn nun?

Frankreichs Nationalspieler rätseln ein wenig über den Modus, der ihnen den Gegner im Achtelfinale der Heim-EM beschert. "Ich habe ein bisschen Mühe mit dieser Geschichte des besten Gruppendritten", sagte Zweifach-Torschütze Dimitri Payet bei einer Pressekonferenz im EM-Quartier der Franzosen. Auch Mittelfeldkollege Yohan Cabaye tat sich schwer, stellte aber fest, dass von den infrage kommenden Gegnern derjenige aus der Gruppe C mit Weltmeister Deutschland sicher der schwerste sei.

@@17:55 Uhr

100.000 Euro Strafe für Kroatien

Die Uefa hat den kroatischen Fußballverband HNS nach den Fanausschreitungen im EM-Spiel am Freitag gegen Tschechien mit einer Geldstrafe belegt. Die Disziplinarkommission verhängte ein Bußgeld über 100.000 Euro und ein Verbot des Ticketverkaufs an bekannte Gewalttäter für die EM-Dauer auf Bewährung. Gegen das Urteil kann Einspruch eingelegt werden.

In Saint-Étienne war das Gruppenspiel für vier Minuten unterbrochen worden, weil kroatische Fans ab der 86. Minute begannen, Böller und bengalische Feuer auf den Rasen zu werfen. Zudem prügelten sich die Kroaten untereinander. Ein Ordner wurde leicht verletzt, weil ein Knallkörper direkt neben ihm explodierte.

@@17:23

Kingsley Coman ist der Schnellste

Der Franzose Kingsley Coman ist der bislang schnellste Spieler der Fußball-EM. Der 20-Jährige kam in der Partie gegen die Schweiz auf 32,8 Stundenkilometer. Zum Vergleich: In der Bundesliga hat Coman, der bei Bayern München spielt, bereits 35,06 Stundenkilometer geschafft, Jamaikas Sprintstar Usain Bolt erreichte bei seinem Weltrekord über 100 Meter 44,72 Stundenkilometer.

In der Statistik der Uefa sprinten der Isländer Kolbeinn Sigthorsson und der Ungar Richard Guzmics mit je 32 Stundenkilometer auf Platz zwei. Cesar Azpilicueta aus Spanien und Divock Origi aus Belgien mit je 31 Stundenkilometer auf dem dritten Platz.

@@17:08 Uhr

Die EM-Trainer in der modischen Einzelanalyse

Klassische Business-Outfits dominieren am Spielfeldrand. Einreiher. Die Anzugsfarbe ist dunkel, meist blau. Es gibt sie mit und ohne Krawatte, selten mit Einstecktuch und Anstecker. Aber gibt es auch Trendsetter unter den Trainern? Das "Manager Magazin" hat alle 24 EM-Fußballtrainer in der modischen Kurzkritik bewertet.

@@16:53 Uhr

Innenministerium zieht positive Zwischenbilanz

Trotz der Hooligan-Gewalt hat die französische Regierung eine positive Zwischenbilanz der Sicherheitslage bei der Fußballeuropameisterschaft gezogen. Mit Ausnahme der Ausschreitungen um das Spiel England gegen Russland in Marseille hätten die Sicherheitsvorkehrungen einen guten Verlauf des Turniers erlaubt, teilte das Innenministerium nach einem Treffen des Krisenzentrums für die EM-Sicherheit mit. "Die Bilanz ist insgesamt positiv", sagte Sportminister Patrick Kanner laut der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Seit Beginn der Fußballeuropameisterschaft wurden in Frankreich 557 Menschen vorläufig festgenommen, 344 davon mussten für längere Zeit in Polizeigewahrsam. 21 Festgenommene wurden bereits zu Gefängnisstrafen verurteilt, 6 weitere zu Haftstrafen auf Bewährung. Die Behörden wiesen zudem 25 ausländische Fans aus.

Für die Bilanz von Cazeneuve und Kanner spielt die Randale innerhalb der Stadien keine Rolle, dort sind die Turnierorganisatoren zuständig.

@@16.12 Uhr

"Fehlerhafte Materialcharge"

Hersteller Puma hat sich zum Trikotgate geäußert. Bei der Fertigung in der Türkei habe es "eine fehlerhafte Materialcharge gegeben", sagte ein Sprecher des Sportausrüsters Puma. Beschädigtes Garn habe zu einer "Schwächung des fertigen Trikotstoffs" geführt, sagte das Unternehmen. Das Problem sei "auf eine falsche Kontrolle der Hitze, des Drucks und der Produktionszeit im Herstellungsprozess zurückzuführen". Das defekte Material sei nur "in einer kleinen Stückzahl der Schweizer Heimtrikots verwendet" worden. Die von Puma ausgestatteten EM-Teilnehmer Italien, Österreich, Slowakei und Tschechien seien nicht betroffen.

@@16.00 Uhr

"Fußballtrikots sind nicht zum daran reißen gedacht"

Sieben Trikots in einem Spiel - so viel Verriss wie bei der Begegnung Frankreich gegen Schweiz am Sonntagabend war selten in einem Fußballspiel. Und dann rissen auch noch ausschließlich Schweizer Trikots. Hersteller Puma prüft eigenen Angaben zufolge noch das Trikotmaterial auf der Suche nach der Ursache.

Lag es vielleicht an den modernen Kunstfasern, aus denen die Trikots gefertigt werden? Wolfgang Potthast, Professor am Institut für Biomechanik und Orthopädie an der Deutschen Sporthochschule in Köln, hält das zumindest für möglich. Insbesondere wenn besonders leichte Materialien verwendet würden, sei natürlich die Reißfestigkeit nicht mehr so hoch. "Da Fußballtrikots in erster Linie nicht dafür gedacht sind, daran zu reißen, ist das auch nachvollziehbar. Rugby-Trikots sind naturgemäß reißfester", sagt Potthast. Endgültig müsse das aber Puma selbst beantworten können.

Allgemein haben sich die Trikots in den vergangenen Jahren stark verändert. Die robusten und dicken Baumwolltrikots, in denen etwa Franz Beckenbauer und Co. noch 1974 Weltmeister wurden, nahmen sehr viel Schweiß auf. "Heutige Kunstfasern haben hingegen eine sehr geringe Flüssigkeitsaufnahme, sodass nicht schwere, nasse Lappen am Körper hängen" erklärt Potthast.

@@10.45 Uhr

Erdogan ist traurig

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Anfeindungen der Fans gegen die türkische Nationalmannschaft bei der Fußball-EM scharf verurteilt. "Das hat mich als Staatspräsident sehr traurig gemacht", sagte der Politiker laut der Nachrichtenagentur DHA.

Vor allem die lautstarke Kritik von den Tribünen an Spielmacher Arda Turan vom FC Barcelona nach der 0:3-Niederlage gegen Spanien ging Erdogan entschieden zu weit: "Im zweiten Spiel wurde unser Spielführer, den wir alle bisher in den Himmel gelobt haben, Opfer von Schmährufen. Er ist unser Sohn, unser Bruder, der zur besten Mannschaft der Welt gewechselt ist. Schämt ihr euch nicht?"

@@09.15 Uhr

Nicht mal spielen, trotzdem ins Achtelfinale

Das DFB-Team kann heute Abend ohne die geringste eigene Anstrengung bereits das Achtelfinale erreichen - wenn England gegen die Slowakei gewinnt. Grund ist der neue Turniermodus, bei dem vier der sechs Gruppendritten in die Finalrunde einziehen. Wer es genauer wissen will: Hier erklären die Kollegen die Konstellation im Detail.

@@09.05 Uhr

Özil kontert Scholl

Teilnahmslosigkeit und passive Körpersprache hatte Mehmet Scholl ihm vorgeworfen. Nun richtet Mesut Özil dem TV-Experten sein Desinteresse an dieser Einschätzung aus: "Es ist mir egal, was andere sagen", sagte Özil der "Bild"-Zeitung. "Wenn ein Ex-Spieler oder sonst wer in die Schlagzeilen will - das prallt an mir ab." Er werde seinen Spielstil nicht ändern, er sei damit seit Jahren überall auf der Welt sehr erfolgreich.

@@08.45 Uhr

Schweizer Ärger über schlechte Rasen

Kahle Flächen, große Löcher: Der schlechte Zustand der Rasen sorgt erneut für Ärger bei Spielern und Trainern. Diesmal war es der Schweizer Coach Vladimir Petkovic, der nach dem 0:0 gegen Frankreich in Lille schimpfte: ""Das ist eine Schande. Das Spiel war gut, aber es hätte sehr viel besser sein können." Tatsächlich gab es einige Ballverluste und Ausrutscher der Spieler.

Gras, Erde, Gras, Loch, Gras: Rasen in Lille

Gras, Erde, Gras, Loch, Gras: Rasen in Lille

Foto: Carl Recine/ REUTERS

Bereits am Freitag hatte Turnierdirektor Martin Kallen offen die Spielflächen in Marseille, Lille und Paris kritisiert. "Mit einigen der Rasen sind wir nicht zufrieden. Sie könnten besser sein." Auch Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps zeigte sich nach dem Spiel gegen die Schweiz in Lille unzufrieden: "Das ist einfach nervig." Allerdings sei der Rasen in Marseille noch schlechter gewesen - nach der Partie gegen Albanien vergangene Woche hatte er diesen als "Desaster" bezeichnet.

Spielszene aus dem Duell Frankreich - Albanien in Marseille (am Mittwoch)

Spielszene aus dem Duell Frankreich - Albanien in Marseille (am Mittwoch)

Foto: Jean-Paul Pelissier/ REUTERS
fdi/dpa