EM 2016: Frankreich trifft auf Island - DER SPIEGEL
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EM-Briefing am Sonntag Die Wikinger kommen

Die Isländer haben beim Viertelfinale nichts zu verlieren: In ihrer Heimat sind sie längst Helden. Wenn sie Gastgeber Frankreich rauswerfen, dürften sie unsterblich werden. Alles Wichtige im EM-Briefing.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das passiert heute:

Bei diesem Spiel könnten die Gegensätze kaum größer sein: Gastgeber Frankreich tritt gegen EM-Debütant Island an. Verliert die Grande Nation gegen den Neuling aus dem Norden wäre das eine Blamage. Den Außenseitern hingegen würde eine Niederlage nicht viel ausmachen. Sie sind in ihrem Heimatland bereits jetzt Helden.

Das Spiel beginnt um 21 Uhr in Paris Saint-Denis. SPIEGEL ONLINE begleitet die Partie im High-Liveticker, Béla Réthy kommentiert im ZDF und der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers pfeift das Spiel. Unterstützt wird er dabei von Sander van Roekel und Erwin Zeinstra.

Island nach dem Sieg über England

Island nach dem Sieg über England

Foto: Dan Mullan/ Getty Images

Da Island bis zur EM noch nie auf großer Bühne Fußball gespielt hat, sind die größten Erfolge der Mannschaft auch schnell zusammengetragen:

  • 2016: Die erstmalige Teilnahme an dieser Europameisterschaft
  • 2016: Der Einzug in das Achtelfinale
  • 2016: Der Sieg über England und Einzug ins Viertelfinale

Islands größte Stärke ist die Geschlossenheit des Teams, das keine großen Stars hat. "Wir geben immer hundert Prozent und sind immer zu hundert Prozent Profis", sagt Lars Lagerbäck, der zusammen mit Heimir Hallgrímsson die Mannschaft trainiert. Ein weiterer Pluspunkt der Nordmänner ist ein 4-4-2-System, das bislang alle Teams vor Probleme stellte. Zudem sorgen die Einwürfe Aron Gunnarsson immer wieder für Gefahr. Sie brachten schon zwei Tore.

Frankreichs Spieler Dimitri Payet jubelt

Frankreichs Spieler Dimitri Payet jubelt

Foto: Pavel Golovkin/ AP

Frankreich hingegen hat in der Bilanz aus den vergangenen Jahren mehr vorzuweisen.

  • 1998: Frankreich wird im eigenen Land Weltmeister
  • 1984: Die Grande Nation holt sich mit Michel Platini den EM-Titel
  • 2000: Frankreich wird zum zweiten Mal Europameister
  • Frankreich hat zudem grandiose Einzelspieler wie den zweimaligen Torschützen Dimitri Payet oder Antoine Griezmann, der es in vier Spielen auf drei Tore brachte. Die Abwehr gilt zwar als unsicher, aber ließ noch kein Tor aus dem Spiel heraus zu. Die Franzosen beweisen Willensstärke, als sie zwei Spiele in einer der Schlussphase gewinnen konnten und sie drehten einen frühen 0:1-Rückstand gegen Irland.

    Das war gestern:

    Foto: DPA

    Deutschland hat sich gegen Italien ins Halbfinale gekämpft - mit 6:5 nach Elfmeterschießen (1:1 nach regulärer Spielzeit). Kurz vor Mitternacht beendete Jonas Hector den Krimi von Bordeaux, als neunter deutscher Schütze verwandelte er den entscheidenden Elfmeter. Mit dem Viertelfinalsieg hat das Team von Jogi Löw Fußballgeschichte geschrieben: Nie zuvor war es Deutschland gelungen, bei einer EM oder WM gegen Italien zu gewinnen. Im nächsten Spiel am Donnerstag wird dem Team nun aber ein wichtiger Spieler fehlen: Mats Hummels sah seine zweite Gelbe Karte und ist deshalb gesperrt.

    Die Highlights des Spiels sehen Sie hier im Video.Hier tippt die Redaktion:

    Kristin Haug, Redakteurin im Bildungsressort von SPIEGEL ONLINE, zum Spiel Frankreich - Island:

    "Islands Trainer Heimir Hallgrímsson hat bis vor Kurzem noch als Zahnarzt gearbeitet. Torwart Hannes Halldórrsson hat das Musikvideo von der isländischen Popsängerin Gréta Salóme zum Eurovision Song Contest gedreht. Und niemand jubelt wohl so ansteckend wie Fußball-Kommentator Gudmundur Benediktsson. Die Isländer haben die lustigeren Namen und sind einfach zu sympathisch, um das Spiel gegen Frankreich zu verlieren. Sie sagen von sich selbst, sie seien Wikinger und hätten vor niemandem Angst. Das ist die richtige Einstellung. Also, macht es noch einmal. Huh!"

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