EM 2016: Große Einlaufkinder, kleine Spieler - DER SPIEGEL
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Einlaufkinder bei der EM 2016: Gemischte Doppel

Foto: VINCENZO PINTO/ AFP

Einlaufkinder bei EM-Spielen Die großen Kleinen

Einlaufkinder gehören beim Fußball inzwischen zum Standardprogramm. Das sieht mitunter besonders putzig aus - wenn große Kinder auf kleine Spieler treffen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Weil es nichts gibt, das sich nicht noch irgendwie vermarkten ließe, kamen PR-Genies vor einigen Jahren auf eine Idee: Geben wir Fußballern doch einfach beim Einlaufen ins Stadion Kinder an die Hand. Die bleiben bei den Spielern, bis die Hymnen gesungen sind, dann wirkt das Ganze gleich viel freundlicher und optimistischer, von wegen "Kinder sind die Zukunft" und so.

Wie gut, dass es trotz all des choreografierten Perfektionismus immer noch Momente gibt, die der Sache eine liebenswerte, unfreiwillige Komik verleihen. Bei denen man sich wünscht, dass sie kein Zufall gewesen sein mögen, sondern das Werk eines kleinen Lichtes in der PR-Maschinerie. Einer Person, die ihre subversive Neigungen auslebt, indem sie gelegentlich kleinen Spielern große Kinder zuteilt. Das sieht putzig aus und war während der EM auch schon bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft zu beobachten.

  • Beim Spiel Deutschland gegen Nordirland hatte Joshua Kimmich - mit 1,76 Metern einer der kleinsten im Team - eines der größeren Kinder vor sich. Dieser Anblick hatte vor allem im Vergleich zu Mario Götze (ebenfalls 1,76 Meter) seinen Charme. Vor Götze stand ein deutlich kleineres Kind.
  • Nicht unbedingt eine gute Idee war es auch, bei der Partie der DFB-Elf gegen die Ukraine die Kinder wie die Orgelpfeifen aufzustellen: Das Mädchen vor Manuel Neuer reichte dem Torwart bis kurz über den Bauchnabel, der Junge vor Mesut Özil bis kurz unters Kinn.

Sponsor der Einlaufkinder-Aktion ist McDonald's. Der Fast-Food-Kette zufolge gibt es bei der EM insgesamt 1122 Kinder zwischen 6 und 10 Jahren, die für ihren dreiminütigen Auftritt durch Europa gekarrt werden. In Deutschland gingen demnach knapp tausend Bewerbungen ein.

Der Website des Unternehmens ist zu entnehmen , dass sich unter anderem für Zoe aus Überlingen, Julian aus Haigerloch, Leona aus Düsseldorf und Tobias aus München nun der ganz große Traum erfülle: "Einmal Hand in Hand mit einem Nationalspieler ins Stadion einlaufen!"

Wenn es dabei zu einer Klein-Groß-Kombination kommt, ist das eine Ausnahme, wie ein Blick in die Statistik (und ohne die kommt ja bekanntlich kein Fußballtext aus) zeigt: Laut Robert-Koch-Institut sind Sechsjährige durchschnittlich rund 1,18 Meter groß, Zehnjährige etwas über 1,40 Meter (große Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es in dem Alter noch nicht). Bei diesen Werten besteht selbst für kleine Fußballer nicht die Gefahr, dass sie bei der Hymne auf einen Hinterkopf schauen.

Allerdings gibt es laut Statistik aber auch Zehnjährige, die knapp unter 1,60 Meter groß sind. Und wenn die an der Hand von Spielern wie Nordirlands Jamie Ward (1,65 Meter) landen, steigt das Humorpotenzial. Der Italiener Lorenzo Insigne, mit 1,63 Metern der kleinste Spieler des Turniers, kann insofern froh sein, als er bislang nie zur Startelf gehörte.

Wo kleine Spieler bei der EM auf große Einlaufkinder trafen, sehen Sie hier.

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Einlaufkinder bei der EM 2016: Gemischte Doppel

Foto: VINCENZO PINTO/ AFP

Und wer immer noch nicht genug hat: Zum Rückblick auf die WM 2014 geht es hier entlang.

ulz