EM 2025: Zürich als Schauplatz - Schuldgefühle bei der Europameisterschaft - DER SPIEGEL
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Foto: Pascal Kesselmark / justpictures.ch / IMAGO

Europameisterschaft in Zürich Schuldgefühle

• aus SPIEGEL Chronik 1/2025

113 Minuten dauert es, bis die deutschen Frauen ihre Chance auf den Titel verlieren. Es ist Halbfinale, die Fußballnationalmannschaft tritt bei der Europameisterschaft in Zürich gegen die Weltmeisterinnen aus Spanien an.

Die Deutschen schaffen es in die Verlängerung. Doch in der allerletzten Spielphase sieht die Spanierin Aitana Bonmatí eine Lücke am kurzen Pfosten. Sie schießt – und trifft aus einem fast unmöglichen Winkel. Die deutsche Torhüterin Ann-Katrin Berger rechnet nicht damit. 0:1, das Ende eines Sommermärchens, das nie so ganz eines wurde.

Das Team, das mit Kapitänin Giulia Gwinns Verletzung ins Turnier startete, eine 1:4-Klatsche gegen Schweden schluckte, zwei Rote Karten überstand und gegen Frankreich glänzte, ist am Ende seiner Reise in Richtung Meisterschaft angekommen. Ausgerechnet diejenige, die Deutschland überhaupt ins Halbfinale gebracht hat, steht nun im Zentrum der Kritik – zumindest ihrer eigenen. Ann-Katrin Berger, 35, fühlt sich schuldig. Da hilft es nicht, dass Spaniens Nationaltrainerin Montse Tomé erzählt, man habe die kurze Ecke bei Berger als Schwachstelle diagnostiziert.

Ihre Mitspielerinnen versichern jedoch: Ohne Berger wäre längst Schluss gewesen. Etliche Tore habe sie zuvor verhindert. »Sie hat uns im Turnier gehalten«, sagt Trainer Christian Wück. »Ich bin stolz auf diese Mannschaft.«

lph
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