EM-Kurzpässe Frust in Spanien und Italien
Hamburg - Medien und Fans reagieren frustriert und wütend auf die blamable 2:3-Niederlage der spanischen Nationalelf in der EM-Qualifikation gegen Nordirland - sie fordern den Abschied des Nationaltrainers Aragones. Bei einer Internet-Umfrage der Sport-Tageszeitung "Marca" verlangten 82 Prozent den sofortigen Rücktritt des 68-Jährigen. Aragones übernimmt die Verantwortung: "Ich bin schuld. Ich möchte das Boot nicht verlassen, aber wenn ich gehen müsste, werde ich gehen."
Auch die Medien kritisieren heftig. "Ihr seid die größten Ochsen. Ihr habt uns in Europa lächerlich gemacht", kommentierte der Radiosender "Cadena Ser". Die Zeitung "Marca" schreibt: "Spanien leidet unter Depressionen. Es muss etwas passieren." Für "AS" war die spanische Vorstellung "ein einziger Horror".
Auch in Italien haben Medien und Fans der Nationalmannschaft eine bittere Niederlage zu verkraften. Nach dem Gewinn des Weltmeistertitels ist nach dem 1:3 gegen Frankreich nun die Qualifikation für die Europameisterschaft in Gefahr. So sieht das jedenfalls die italienische Presse. "La Gazettta dello Sport" titelt mit der Schlagzeile: "Der Spaß ist vorbei." Der "Corriera della Sera" schreibt: "Es sieht schlimm aus." Und "La Republica" analysiert: "Alles lief schief."
Konsequenzen gab es schon in Bosnien-Herzegowina. Der Nationaltrainer Blaz Sliskovic ist nach der 1:3-Heimniederlage gegen Ungarn aus "moralischer Verantwortung" zurückgetreten. Er hatte sechs Punkte aus zwei Spielen versprochen, aber nur drei Punkte erzielt. Nach dem Sieg im ersten Spiel gegen Malta liegt Bosnien in der Gruppe C hinter Norwegen und der Türkei auf Platz drei.
tsp/dpa/sid