EM-Qualifikation: Frankreich will WM-Revanche, England zittert vor Israel - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

EM-Qualifikation Frankreich will WM-Revanche, England zittert vor Israel

Ein entscheidender Tag auf dem Weg zur EM 2008: Gleich 19 Qualifikationsspiele stehen an. Die Franzosen wollen die Italiener auch im zweiten Vergleich nach dem WM-Finale schlagen. England hat Angst vor dem Versagen. Dänemark kämpft in Schweden um die letzte Chance.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Die Dänen müssen in der Gruppe F bei den Schweden einen Sieg einfahren, um noch Hoffnung auf die Teilnahme an der Europameisterschaft im nächsten Jahr in Österreich und der Schweiz zu haben. Das Hinspiel am 2. Juni endete in einem Skandal, nachdem ein dänischer Fan den deutschen Schiedsrichter Herbert Fandel angegriffen hatte. Die Partie (3:3) wurde danach am Grünen Tisch 3:0 für Schweden gewertet. Hinter Spitzenreiter Schweden liegt Nordirland auf Rang zwei, das heute auf Lettland trifft. Für Spanien als Dritter ist ein Sieg auf Island Pflicht.

Revanche, die zweite: Auch nach dem 3:1-Erfolg im Hinspiel sind die Revanchegelüste der Franzosen in Bezug auf das verlorene WM-Finale noch nicht gestillt. Weltmeister Italien kann mit einem Heimsieg gegen Frankreich in der Tabelle vorbeiziehen und neuer Spitzenreiter der Gruppe B werden. Zusätzliche Brisanz zieht das Duell aus der Sperre von Frankreichs Trainer Raymond Domenech. Der hatte behauptet, die Italiener hätten 1999 im U21-EM-Viertelfinale 1999 zwischen beiden Teams den portugiesischen Schiedsrichter bestochen. Beweise konnte er keine liefern, deshalb verbannte ihn die Uefa für diese Partie auf die Tribüne.

Das große Zittern ist mal wieder bei den Engländern in der Gruppe E angesagt. Vor den beiden Heimspielen gegen Israel (heute) und Russland (Mittwoch) steht nicht nur Trainer Steve McClaren, sondern das ganze Team auf der Kippe. Es droht das Aus im Kampf um die EM-Tickets. David Beckham und Frank Lampard fallen verletzt aus, dazu gesellt sichdas ewige Torwartproblem. So fungiert nun der zurückgeholte Stürmer Emile Heskey als Hoffnungsträger. Der hatte bislang nur einen Höhepunkt als Nationalspieler - beim 5:1 gegen Deutschland 2001, als er auch traf.

Die Angst im Mutterland des Fußballs vor dem Scheitern ist so groß wie nie zuvor. Das liegt auch daran, dass Trainer McClaren bislang immer noch kein schlüssiges System erkennen lässt und die in den Vereinen oft starken Spieler im Nationaltrikot selten ihre Leistung bringen. "Ich weiß nicht, woran es liegt. Im Verein spielen wir alle fantastisch, aber im Nationalteam können wir es einfach nicht abrufen", sagt Verteidiger Rio Ferdinand.

In der Gruppe A wird das Duell gegen Spitzenreiter Polen (19 Punkte) für den WM-Vierten Portugal (15) am Samstag zu einem Schlüsselspiel. Der Vierkampf um die zwei Qualifikationsplätze wird durch das Duell zwischen Serbien (14), das sich zuletzt eine unerwartete 2:3-Niederlage in Belgien leistete, und dem Zweiten Finnland (17) komplettiert. Am Mittwoch spielt Portugal dann gegen Serbien, während Finnland gegen Polen antritt.

Mit einem Sieg gegen Litauen will Schottland (15), das Frankreich die bisher einzige Niederlage in der Qualifiktion zufügte, in der Gruppe B alle Chancen auf eines der beiden EM-Tickets wahren. Und auch WM-Viertelfinalist Ukraine (12) hat sich trotz Niederlagen in Italien und Frankreich längst nicht aufgegeben und wäre mit einem Sieg in Georgien mit Nationaltrainer Klaus Toppmöller immer noch im Rennen. Am Mittwoch treffen die EM-Kandidaten dann in direkten Duellen aufeinander: Die Ukraine spielt gegen Italien, und Frankreich empfängt Schottland.

Die Niederlande sind immer noch ungeschlagen

Europameister Griechenland (18), Tabellenführer der Gruppe C mit einem beruhigenden Vorsprung von fünf Punkten, hat heute spielfrei und kann sich in Ruhe ansehen, was die Konkurrenz zustande bringt. Außenseiter Bosnien-Herzegowina (13) kann Rang zwei mit einem Sieg bei den abgeschlagenen Ungarn (6) behaupten und der ersten Teilnahme an einem großen Endturnier einen Schritt näher kommen. Die punktgleichen Rivalen Türkei und Norwegen (beide 13) müssen in Malta beziehungsweise Moldawien antreten. Trainer Otto Rehhagel greift mit seinen Griechen erst am Mittwoch wieder ins Geschehen ein, wenn man in Norwegen gastiert.

Spitzenreiter Rumänien (17), Bulgarien (15) und die Niederlande (14) sind in der Gruppe G immer noch ungeschlagen. Heute spielt Ex-Europameister Niederlande mit HSV-Star Rafael van der Vaart gegen Bulgarien. Die Rumänen müssen in Minsk gegen Weißrussland ran, wo der neue Nationaltrainer Bernd Stange sein erstes Pflichtspiel absolviert.

bri/sid

Mehr lesen über