EM-Vorbereitung: Podolski als Geheimwaffe - DER SPIEGEL
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EM-Vorbereitung Podolski als Geheimwaffe

So kleinlaut hat man Lothar Matthäus noch nie erlebt. Ungarns Nationaltrainer gibt seinem Team im EM-Test am Sonntag gegen Deutschland keine Chance. Mit dem dritten Sieg in Folge will die DFB-Elf selbstbewusst nach Portugal aufbrechen. Zumal sie für die entscheidenden Momente den Shootingstar der Rückrunde in ihren Reihen weiß.
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Winden im Elztal - Nach elf Tagen harter Trainingsarbeit im Schwarzwald sollen die deutschen Fußball-Nationalspieler Völler in seinem 50. Länderspiel als Teamchef einen letzten Wunsch vor der Europameisterschaft erfüllen. "Wir haben zwei Siege gegen Malta und die Schweiz eingefahren, das tut immer gut. Deshalb wollen wir es gegen Ungarn so machen, dass wir mit breiter Brust nach Portugal gehen", sagte Völler, bevor er am im Hotel "Schwarzbauernhof" zufrieden den Koffer für die kurze Weiterreise zur EM-Generalprobe an diesem Sonntag (19 Uhr) in Kaiserslautern packte.

In seinem womöglich letzten Spiel als ungarischer Nationaltrainer kann Matthäus nach der Absage von 22 Spielern lediglich eine Notelf aufbieten, auch wenn Völler dieser Einschätzung energisch widersprach. "Da sind neun Mann dabei, die haben vor wenigen Wochen noch gegen Brasilien gespielt. Es ist sicherlich schwierig für den Lothar, aber es sind nicht so viele Stammspieler, die fehlen", betonte der deutsche Teamchef. Matthäus schob seinem Weltmeister-Teamkollegen von 1990 trotzdem die klare Favoritenrolle zu: "Wir können nur lernen von einer Mannschaft, die zu den besten der Welt gehört."

Bobic hinkt hinterher

Völler muss nur um den Einsatz des schon gegen die Schweiz pausierenden Fredi Bobic bangen. "Er ist der einzige, der hinterherhinkt. Er hat noch Probleme mit dem Rücken, aber es ist nichts Dramatisches", berichtete der Teamchef, dem im mit 36.073 Zuschauern ausverkauften Fritz-Walter Stadion bei der Neuauflage des WM-Endspiels von 1954 ansonsten erstmals der komplette EM-Kader zur Verfügung steht. Die beiden Neulinge Lukas Podolski, der heute 19 Jahre alt wurde, und der gleichaltrige Bastian Schweinsteiger werden nur vier Tage nach dem bitteren Olympia-K.o. mit den U21-Junioren voraussichtlich ihr Debüt im A-Team feiern.

"Sie werden nicht von Anfang an spielen", erklärte Völler, der die beiden Youngster in einem Gespräch bei Kaffee und Kuchen auf ihre Rolle als mögliche Joker einstimmte. "Es muss ein gewisser Respekt gegenüber den Älteren da sein", betonte der Teamchef, "aber sie sollen auch selbstbewusst auftreten, vor allem im Training." Beide wollen vor allem internationale Erfahrung sammeln für 2006, aber nicht tatenlos zuschauen. "Man hofft natürlich auf Kurzeinsätze", sagte Podolski.

Wechselspiele im Sturm

Der Kölner Himmelsstürmer (10 Tore in 19 Bundesligaspielen), der gegen Ungarn zum drittjüngsten Nationalmannschafts-Debütanten der vergangenen 50 Jahre nach Uwe Seeler und Olaf Thon avancieren könnte, hat vor allem bei einem Bobic-Ausfall gute Chancen auf die erhofften Einwechslung. "Podolski ist eine Geheimwaffe, wenn es von Nöten wäre", sagte Völler. In der Offensive plant der Teamchef nämlich weitere Experimente. "Im Sturm wird gewechselt", kündigte er eine Arbeitsteilung insbesondere zwischen Kevin Kuranyi, Thomas Brdaric und Miroslav Klose an.