England 1000 Hooligans wollen zur EM
London - Etwa 1000 englische Hooligans wollen das EM-Auftaktspiel ihrer Nationalmannschaft gegen Portugal in Eindhoven vor Ort mitverfolgen. Das berichtete der "Sunday Mirror" am Sonntag unter Berufung auf die britische Polizei. Am Samstag hatte DFB-Präsident Egidius Braun in einem Artikel der in London erscheinenden "Times" England aufgefordert, härter gegen seine Fußball-Gewalttäter vorzugehen. Deutschland, so Braun, habe wesentlich mehr geleistet, um Krawalle bei der EM zu verhindern.
Nach dem "Mirror"-Bericht ist jeder zehnte Engländer, der beim Spiel gegen Portugal dabei sein will, ein der Polizei bekannter Hooligan. Für 100 von ihnen gelte ein internationales Stadionverbot. Weitere 700 seien wegen Gewalttätigkeit vorbestraft. In Zusammenarbeit mit den niederländischen und belgischen Behörden wollen die Briten den Hooligans die Einreise verweigern. Ein Entzug ihrer Pässe wie in Deutschland ist aber nicht möglich. Dafür fehlt die gesetzliche Grundlage. Die konservative Opposition kritisierte die Regierung, weil sie nicht rechtzeitig dafür gesorgt habe. Nun sei es zu spät.
Innenminister Jack Straw versprach am Sonntag: "Wir werden keine Krawalle von Rowdys und Hooligans tolerieren, die das Ansehen unseres Landes und aller Fußballfans in den Schmutz ziehen." Die niederländischen und belgischen Behörden könnten jedem Fan, der ihnen verdächtig vorkomme, die Einreise verweigern. Die britische Polizei werde Flug- und Fährhäfen überwachen. Auch die Eurostar-Züge von London nach Brüssel würden von britischen Polizisten begleitet.