England: Furchtlos in der "Todesgruppe" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

England Furchtlos in der "Todesgruppe"

Seit der Schwede Sven-Göran Eriksson auf Englands Trainerbank sitzt, ist der Erfolg auf die Insel zurückgekehrt. Nur eines der elf Länderspiele unter dem früheren Erfolgscoach von Lazio Rom ging verloren. Bei der WM wollen die Engländer diesen Aufschwung fortsetzen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seit dem 5:1-Triumph der englischen Fußballer über Deutschland ist nichts, wie es einmal war im Mutterland des Fußballs. Der Sieg über die Völler-Truppe war für die Engländer auch ein großes Stück Vergangenheitsbewältigung.

Englands Anhänger haben jedenfalls wieder Gefallen an ihrer Mannschaft gefunden. So pilgerten zuletzt nicht weniger als 10.000 Fans zum Test gegen die Niederlande (1:1) nach Amsterdam. Unter Eriksson scheint England sein Selbstwertgefühl wiedergewonnen zu haben. "Überall, wo wir auf der Welt hinkommen, soll jeder wissen, hier kommt England und nicht die zweite Klasse", lautet das Credo des Coaches.

Neuer Geist ist auch auf dem Platz zu erkennen. Gepflegtes Kurzpassspiel auf höchstem Niveau und überfallartige Konter prägen inzwischen das Spiel des Ex-Weltmeisters. "Eine andere Chance haben wir gegen Top-Teams wie Frankreich, Argentinien oder Italien auch gar nicht", erklärt Eriksson.

Der Trainer hat die Qual der Wahl


Im bevorzugten 4-4-2-System von Englands erstem ausländischen Nationaltrainer spielt Superstar David Beckham von Manchester United eine tragende Rolle. Seit er zum Kapitän bestimmt wurde, übernimmt der geniale Rechtsfuß, der im Champions-League-Viertelfinale schwer verletzt wurde, auch auf dem Platz die Führungsrolle. Erstklassig besetzt ist auch der Angriff mit "Europas Fußballer des Jahres" Michael Owen vom FC Liverpool, dessen Mitspielern Emile Heskey, Robbie Fowler (Leeds United) und Andy Cole (Blackburn Rovers).

Ohnehin hat Eriksson die Qual der Wahl. Denn viele junge Spieler wie Owen Hargreaves von Weltpokalsieger Bayern München stehen auf dem Sprung. "Die Nominierung war ein Problem, aber ein sehr schönes", kommentiert Eriksson das Überangebot und denkt bereits an die kommenden Jahre: "England steht gerade in Hinsicht auf die WM 2006 vor einer großen Zukunft."