Markus Babbel: Befördert, bejubelt, beurlaubt
Erfolglosigkeit Stuttgart feuert Trainer Babbel
Hamburg - Am Dienstag noch hatte die VfB-Führung Babbel eine Jobgarantie bis zur Winterpause gegeben, nun zählt dies nicht mehr. Der kriselnde Club gab auf einer Pressekonferenz am Sonntagabend die Trennung von Babbel offiziell bekannt.
Babbel sprach davon, dass er freigestellt worden sei. "Ich drücke dem VfB alle Daumen. Ich wünsche dem neuen Trainerteam alles Gute", sagte er. "Ich hoffe, dass sie den Knopf finden und drücken, damit die Mannschaft wieder funktioniert. Ich habe ihn nicht gefunden."
Seit dem 23. November 2008 hatte Babbel Stuttgart betreut. Da er noch keinen Trainerschein besitzt, arbeitete er offiziell als Teamchef. Sein Vertrag lief noch bis zum 30. Juni 2011.
Als Nachfolger Armin Vehs hatte Babbel den VfB noch auf den dritten Tabellenplatz geführt. Nach erfolgreicher Qualifikation erreichte das Team die Champions League.
Am Mittwoch (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) kann Stuttgart mit einem Heimsieg gegen den rumänischen Club Urziceni noch den Sprung ins Achtelfinale der Champions League schaffen.
In der Bundesliga ist der VfB nach 15 Spielen nur Drittletzter und damit abstiegsgefährdet. Der Meister von 2007 wartet seit acht Spielen auf einen Sieg.
Selbst gegen den ebenfalls bedrohten VfL Bochum reichte es am Samstag trotz Überzahl nur zu einem 1:1. Mehrere hundert Fans ("Wir haben die Schnauze voll!") hatten nach dem Spiel randaliert. Die Polizei musste Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzen, um zu verhindern, dass das Vereinsheim gestürmt wurde.
Babbel ist der 319. Trainer in der Geschichte der ersten Bundesliga, der vorzeitig seinen Posten räumen musste. Zuvor hatten in dieser Saison Marcel Koller (Bochum), Dieter Hecking (Hannover) und Lucien Favre (Hertha BSC) gehen müssen. Noch vor Saisonbeginn war Aufstiegstrainer Jörn Andersen beim FSV Mainz durch Thomas Tuchel ersetzt worden.