Erich Ribbeck "Einmal der King, einmal der Depp"
Berlin - In einem vorab veröffentlichten Interview mit der "Zeit" stellt der deutsche Teamchef einen Zusammenhang zwischen Hautfarbe und spielerischer Begabung von Fußballern her: "Es ist wie beim Tanzen: Ein Farbiger hat einfach ganz andere Bewegungen drauf, das ist nicht nur eine Frage des Trainings. Man muss schon farbenblind sein, um die Realität nicht zu sehen: Bei den Holländern zum Beispiel dominieren fünf farbige Spieler", sagte Ribbeck in dem Interview, das in der Rubrik "Ich habe einen Traum" erscheinen wird.
Eine vergleichbare Ballperfektion würden die Spieler der deutschen Nationalmannschaft nie erreichen, dafür verfügten sie eher über Willenskraft und Behauptungsfähigkeit, sagte Ribbeck. Daher träume er nicht von dem idealen Spielzug. "Wie hat denn die deutsche Mannschaft all ihre großen Titel gewonnen? Mit zwei guten Spielen pro Turnier, der Rest war Mist."
Auch sei die Rolle des Trainers beschränkt: "Da sitzt man einfach nur dabei - und einmal ist man der King und einmal der Depp", sagte Ribbeck. Spöttern, die ihm Entscheidungsschwäche unterstellen, entgegnete Ribbeck, er lasse sich bei der Aufstellung der Mannschaft und bei der Taktik nicht reinreden. Der Teamchef gab sich ungerührt von der öffentlichen Kritik. "Ich hatte auch noch nie Alpträume wegen eines Fußballspiels. Ich bemühe mich einfach, gelassen zu sein."
Die Erwartungen an die deutsche Mannschaft will er nicht zu hoch stecken. "Natürlich möchte man, wenn's geht, Europameister werden. Aber was erreiche ich damit, wenn ich jetzt sage: Ich träume davon, Europameister zu sein?" fragte Ribbeck. "Zunächst ist mein Ziel, das Spiel gegen Rumänien zu gewinnen. Das ist das wichtigste Spiel. Ein Sieg ist die halbe Miete für die Vorrunde."