Erleichterte Bayern: "Das war die Wende" - DER SPIEGEL
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Erleichterte Bayern "Das war die Wende"

Nach der Ernüchterung in der Champions League haben sich die Bayern mit dem klaren Sieg gegen Dortmund in der Bundesliga zurückgemeldet. Clubchef Rummenigge ist bemüht, die Euphorie zu bremsen. Trainer Hitzfeld sieht den kommenden Aufgaben zuversichtlich entgegen. Sogar auf dem Transfermarkt wollen die Bayern wieder zuschlagen.
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München - Auch wenn den Bayern München nach dem 4:1 (1:0) gegen Borussia Dortmund ein erster Schritt aus der Krise gelungen ist, wollte der Titelverteidiger danach nicht in allzu große Euphorie verfallen. So kommentierte Karl-Heinz Rummenigge den Sieg auch betont emotionslos. "Wieso sollte ich erleichtert sein?", fragte sich der Vorstandsvorsitzende und wies darauf hin, erst die nächsten Spiele würden zeigen, wie dieser Erfolg zu bewerten sei. Das gilt vor allem für die Champions-League-Partie in zwei Wochen bei Celtic Glasgow.

Hitzfelds Feinjustierungen greifen


Trainer Ottmar Hitzfeld gab sich da weitaus zuversichtlicher. "Das war die Wende", versicherte er. Seine Mannschaft habe diesmal "konzentriert", "mit klarem Willen" gespielt und die Standardsituationen "effektiv genutzt", stellte der Coach zufrieden fest. Auch Hitzfeld trug seinen Teil zu dem Aufschwung bei: Obwohl er betonte, "nicht viel geändert" zu haben, waren die Feinjustierungen äußerst auffällig. Jens Jeremies spielte den "Staubsauger" vor der Abwehr, davor wiederum wirbelte eine Dreier-Reihe: rechts Sebastian Deisler, überall Michael Ballack und links Hasan Salihamidzic.

Jeremies warnte allerdings davor, schon von einer erfolgreichen Krisenbewältigung zu reden. "Der BVB war nicht der Maßstab. Das war ein erster Schritt aus dem Tief, aber den dürfen wir nicht überbewerten. Die wichtigen Spiele kommen erst in zwei Wochen." Nach der Länderspielpause steigt zunächst das Derby gegen 1860 München. Danach müssen die Bayern in der Champions League bei Celtic Glasgow (25. November) gewinnen: Geradezu "existenziell" sei diese Partie, so Mannschaftskapitän Oliver Kahn.

Zumindest scheint es, als hätten die Bayern in den zwei Tagen ihrer Kasernierung das alte Selbstvertrauen wieder gefunden. "Der gute Geist von Spiez, das war ja auch ein See. Das war der Tegernsee jetzt halt bei uns", kommentierte Rummenigge in Erinnerung an die deutsche Weltmeister-Mannschaft von 1954 den Rückzug von Team und Trainer in die Einsamkeit der bayerischen Berge.

Kein Streit zwischen Sagnol und Ballack


Auch die atmosphärischen Störungen innerhalb der Mannschaft, die manchen Beobachter in den vergangenen Wochen entdeckt haben wollte, sind ausgeräumt. Der französische Fußball-Nationalspieler Willy Sagnol beispielsweise schickte sich nach dem Schlusspfiff an, seine Kritik an Teamkollege Michael Ballack schnell zu relativieren. Sagnol hatte in einem Interview mit der französischen Zeitung "Le Parisien" behauptet, dass Ballack noch nicht über die Chef-Qualitäten seines Vorgängers Stefan Effenberg verfüge. "Das war keine Kritik. Ich habe gesagt, der beste Führungsspieler der letzten drei oder vier Jahre war Effenberg. Aber ich habe nicht gesagt, dass Ballack ein schlechter Führungsspieler ist", sagte Sagnol am Sonntagabend.

Ballack spiele erst seit anderthalb Jahren beim FC Bayern uns sei zudem mit 27 Jahren noch deutlich jünger als Effenberg damals, hob Sagnol hervor: "Ich hoffe, dass er in kurzer Zeit ein Super-Führungsspieler für uns werden kann." Der Erfolg hänge aber nicht von einem einzigen Spieler ab, sondern von jedem einzelnen sowie einem intakten Teamgeist, betonte der Franzose: "Wir brauchen jeden Spieler. Wir brauchen Ballack, wir brauchen Kahn, wir brauchen Salihamidzic, wir brauchen Deisler. Wir müssen eine Gruppe sein."

Erfolgreiches Werben um Tevez


Sollte sich das Gruppengefühl an der Säbener Straße stabilisieren, sind sich die Bayern-Funktionäre sicher, dass das Weiterkommen in der Champions League machbar ist. Jedenfalls wird von Seiten der Manager fleißig an der Zukunft des Vereins gebastelt und im Werben um den Argentinier Carlos Tevez erste Erfolge vermeldet. Nach Angaben des Fußball-Fachmagazins "kicker" vom Montag sollen die Verantwortlichen des deutschen Meisters mit dem 19-jährigen Offensivspieler von Boca Juniors Buenos Aires bereits eine Einigung erzielt haben. Jedoch soll es Probleme mit der Ablösesumme geben. Vereinspräsident Mauricio Macri spreche neuerdings von 22 statt zuvor zwölf Millionen Dollar, hieß es weiter.

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