Euro 2000 Alfonso rettete die Spanier
Brügge - Spaniens hoch gelobte Fußball-Millionäre haben sich durch ein Last-Minute-Tor des zweifachen Torschützen Alfonso für das Viertelfinale der Euro qualifiziert. Sie gewannen in einem "Thriller" gegen zehn Jugoslawen am Ende verdient mit 4:3 (1:1) und treffen nun als Gruppensieger am Sonntag in Rotterdam (18 Uhr) auf den Zweiten der Gruppe D (Frankreich oder Niederlande). Alfonso erzielte das entscheidende Tor in der fünften Minute der Nachspielzeit - auf den Tag genau 36 Jahre zuvor hatte Spanien seinen bislang einzigen EM-Titel gewonnen.
Jugoslawien, das in der 64. Minute in Slavisa Jokanovic bereits zum dritten Mal in diesem EM-Turnier einen Spieler durch Platzverweis verlor, trifft nun am Sonntag in Brügge (20.45 Uhr) auf den Sieger der Gruppe D: Frankreich oder Niederlande. Die Spanier, die durch Alfonso (39.), den eingewechselten Pedro Munitis (53.) und Gaizka Mendieta (90., Foulelfmeter) die jeweiligen Führungstreffer durch EM-Goalgetter Savo Milosevic (31.), des eingewechselten Deva Govedarica (51.) und Slobodan Komljenovic (75.) ausgleichen konnten, boten ihre beste Turnierleistung.
Die 25.000 Zuschauer im Jan-Breydel-Stadion sahen zunächst einen starken Beginn der jugoslawischen Elf. Sinisa Mihajlovic, der nach seiner gelb-roten Karte aus dem Auftaktmatch gegen Slowenien (3:3) wieder ins Team zurückgekehrt war, hatte bereits in der vierten Minute die Chance zum 1:0. Doch der Abwehrchef von Lazio Rom setzte den Ball aus 15 Metern knapp über die Querlatte. Nur eine Minute später scheiterte Torjäger Milosevic mit einem Kopfball ebenso knapp.
Erst nach etwa 20 Minuten kamen die Spanier besser ins Spiel. Zunächst traf Alfonso frei vor Torhüter Ivica Kralj den Ball nicht richtig (18.), dann verhinderte der Keeper der Jugoslawen bei einem 20-Meter-Freistoß des starken Gaizka Mendieta den Führungstreffer der Spanier (23.). Auch zwei Minuten später rettete der Keeper vom PSV Eindhoven gegen Stürmerstar Raúl, der ihn mit einem Hackentrick aus kürzester Distanz prüfte.
Etwas überraschend fiel in dieser Phase das Führungstor für Jugoslawien. Nach einer Flanke von Ljubinko Drulovic köpfte Torjäger Milosevic den Ball zu seinen vierten Turniertreffer in die Maschen (31.). Doch die Freude währte nur acht Minuten. Nach Vorarbeit von Raúl erzielte Alfonso mit seinem zehnten Länderspieltor den verdienten Ausgleich (39.).
Spaniens Trainer Camacho hatte seine Elf gegenüber dem 2:1 gegen Slowenien auf vier Positionen umgestellt. Fernando Hierro, Agustín Aranzábal, Joseba Etxeberría und Juan Carlos Valerón mussten zunächst auf die Bank. Dafür erhielten Ivan Helguera, Fran, Sergi und Paco den Vorzug.
Camachos Gegenüber Vujadin Boskov, der den früheren spanischen Nationalspieler in seiner Zeit bei Real Madrid trainiert hatte, vertraute bis auf eine Ausnahme der Formation vom 1:0 gegen Norwegen. Nur Mihajlovic kehrte nach seiner Sperre für Nisa Saveljic ins Team zurück.