Ex-Chefankläger Kindermann: "DFB ist überfordert" - DER SPIEGEL
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Ex-Chefankläger Kindermann "DFB ist überfordert"

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Stuttgart - Der frühere DFB-Chefankläger Hans Kindermann sieht im Wettskandal Parallelen zum Bundesliga-Skandal vor 34 Jahren. "Der Schaden ist mindestens genauso hoch wie 1971. Finanziell und ideell", sagte der 83-Jährige im Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten", "im Wettskandal muss der DFB außerhalb seines Verbandsbereichs nach der Wahrheit suchen. Damit ist er überfordert."

Der gelernte Jurist, der zwischen 1970 und 1992 Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses war, wurde als Ermittler im Bundesliga-Skandal der Saison 1970/71 bekannt. Nach einem zwei Jahre dauernden Prozess erhielten 53 Profis, die Trainer Egon Piechaczek (Bielefeld) und Günther Brocker (Oberhausen) Sperren und Geldstrafen, Offenbach und Bielefeld wurde sogar die Lizenz entzogen.

Kindermann, der im DFB als "Papa Gnadenlos" bekannt wurde, fordert vom Verband, "nichts unter den Teppich zu kehren. Wir sind damals mit großer Härte an die Arbeit gegangen, und es gab Gegenden, da konnte ich mich Tag und Nacht nicht mehr sehen lassen. Da wäre ich auf offener Straße gelyncht worden. Aber nur so gewinnen der DFB und der gesamte Fußball ihre Glaubwürdigkeit zurück". Kindermann geht davon aus, dass noch weitere Enthüllungen ans Tageslicht kommen werden. Das sage ihm seine Erfahrung.