Expansion: Münchner Welteroberungspläne - DER SPIEGEL
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Expansion Münchner Welteroberungspläne

Rein sportlich gesehen regiert der FC Bayern München bereits die Fußball-Welt. Nun will der deutsche Rekordmeister auch in Sachen Vermarktung nachlegen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - "Asien hat riesiges Potenzial. Japan und China sind derzeit zwar nicht gut developed, wie das so schön heißt. Doch das sind riesige Märkte. Wir werden dort Fanshops eröffnen und häufiger spielen, um die Marke FC Bayern bekannter zu machen", sagte Bayern-Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

"Entschuldigen Sie meine Arroganz, aber wer außerhalb Deutschlands kennt irgendein Theater? Es gibt keine kulturelle Einrichtung in München, die weltweit so populär ist wie der FC Bayern - höchstens das Oktoberfest. Wenn Franz Beckenbauer oder Gerd Müller nach China reisen, müssen dort die Straßen gesperrt werden", fügte Rummenigge hinzu.

"Das soll uns erst mal einer nachmachen"

Der designierte Vorstandschef der künftigen FC Bayern AG sieht den amtierenden Weltpokalsieger auf einem guten Weg zum Global Player. "55 Millionen Mark Gewinn bei 330 Millionen Umsatz, das soll uns erst mal einer nachmachen. Wo immer wir Partnerschaften eingehen, entscheidet der FC Bayern nach seinen Kriterien", betonte Rummenigge.

Im September hatte der FC Bayern eine strategische Partnerschaft mit seinem Ausrüster adidas bekannt gegeben. Der Sportartikel-Hersteller bezahlt für zehn Prozent an der neuen FC Bayern AG etwa 147 Millionen Mark. Die Münchner schätzen den Gesamtwert ihres Unternehmens somit auf rund 1,5 Milliarden Mark.

Gang an die Börse nicht geplant

Einen Börsengang des FC Bayern schloss Rummenigge erneut aus. "An der Börse unterliegst du einem anderen Druck. Das sehen wir an unseren Kollegen in Dortmund und Manchester." Der Sponsor für das geplante neue Stadion werde "eine erstklassige Adresse der deutschen Wirtschaft sein", kündigte der 46-Jährige an.

Der künftige Namensgeber der etwa 550 Millionen Mark teuren Arena müsse mehr zahlen als 30 Millionen Mark, die der Bundesliga-Konkurrent Hamburger SV vom Internetanbieter AOL für die Namensrechte am ehemaligen Volksparkstadion erhalten habe. "Es wird deshalb teurer, weil wir mehr zu bieten haben", sagte Rummenigge.

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