Fall Daum: Auftritt Reiner Calmund - DER SPIEGEL
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Fall Daum Auftritt Reiner Calmund

Mit Spannung wird der nächste Prozesstag im Fall Daum erwartet. Am Dienstag soll in Koblenz Leverkusens Manager Reiner Calmund im Zeugenstand befragt werden.
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Koblenz - Calmund hätte sich wohl nicht träumen lassen, einmal wegen einer Haarsträhne zum Koblenzer Landgericht reisen zu müssen. Am Dienstag ist es so weit. Am 20. Verhandlungstag im Drogenprozess-Marathon gegen den ehemaligen Leverkusener Trainer Christoph Daum soll Calmund über dessen spektakuläre Haarprobe aussagen. Bei der Untersuchung soll der Kölner Rechtsmediziner Herbert Käferstein im Oktober 2000 eine immens hohe Kokain-Konzentration ermittelt haben.

Medienrummel erwartet


"Ich werde den Richtern komplett sagen, was sie wissen wollen. Auch eine Vereidigung wäre kein Problem", sagte Calmund dem Kölner "Express". Mit dem ehemaligen Bayer-Coach hatte "Calli" über Jahre eine sehr freundschaftliche Beziehung gepflegt. Der Vorsitzende Richter Ullrich Christoffel und Staatsanwalt Jörg Angerer erwarten von Calmund präzise Angaben zum Transport der umstrittenen Haarprobe des "Um-ein-Haar-Bundestrainers" von Leverkusen in das Kölner Institut für Rechtsmedizin. Die Aussage Calmunds werden am Dienstag voraussichtlich mehr als ein Dutzend Kamerateams und rund 50 Medienvertreter verfolgen.

Käferstein und Daums Leverkusener Notar Dieter Janke sind ebenfalls am Dienstag als Zeugen geladen. Nach Gerüchten über eine mögliche Vertauschung der Haarprobe wollen die Richter versuchen, den Weg der Probe von der Schere bis zum Kölner Institut für Rechtsmedizin nachzuzeichnen. Janke soll an der Entnahme und Calmund am Transport der Haarsträhne beteiligt gewesen sein.

"Bedeutender Prozesstag"


Der Beobachter des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) in dem Verfahren, Heinz Fink, sagt: "Der 5. März könnte ein bedeutender Prozesstag sein." Er habe gehört, dass Calmund "glänzend vorbereitet" sei. Käferstein hingegen sei zumindest bis zum letzten Verhandlungstag (26. Februar) von Daum noch nicht von der Schweigepflicht entbunden worden. Der pensionierte Oberstaatsanwalt Fink, der stellvertretender Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses ist, freut sich auf den Prozesstag. "Von Calmund und Käferstein sind interessante Aussagen über den Weg der Haarprobe zu erwarten. Denn Professor Käferstein ist ein über Deutschlands Grenzen hinaus anerkannter Fachmann", so Fink.

Der Fast-Bundestrainer Daum, der heute den türkischen Spitzenclub Besiktas Istanbul trainiert und jede Woche nach Koblenz reisen muss, hatte gegen Käferstein Zivilklage beim Landgericht Köln eingereicht. Dem Professor sollte die Behauptung untersagt werden, dass der Coach der untersuchten Haarprobe zufolge stark kokainabhängig gewesen sei. Das Verfahren läuft noch.

Zweifel an der Haaruntersuchung


Laut Daums Verteidigung hatte der Coach im Herbst 2000 Käfersteins Haarprobe-Ergebnis nicht glauben können und eine Woche später von dessen Institut auch noch sein Schamhaar untersuchen lassen. Dabei sei ein niedriger Wert herausgekommen. Gutachter in München und Bonn zogen daraufhin das Resultat der ersten Untersuchung in Zweifel.

Zu dem erwarteten "Gutachterkrieg" vor dem Koblenzer Landgericht ist es während des bereits im Oktober 2001 begonnenen Verfahrens noch nicht gekommen. Auch für Dienstag kündigte die Kammer an, Käferstein außer zum Transport der Kopfhaar-Probe noch keine Fragen zu stellen.