Fall Deisler Hoeneß will Schadenersatz vom DFB
Rottach-Egern - Der Manager des FC Bayern München unterstrich am Mittwoch im Trainingslager am Tegernsee seine Forderungen an den DFB. "Es muss eine Lösung gefunden werden, weil die Verletzung eindeutig in einem Länderspiel passiert ist", begründete Hoeneß in Rottach-Egern den Vorstoß der Bayern: "Der DFB hat vier oder sechs Wochen nur genommen. Jetzt ist es an der Zeit, auch mal etwas zu geben." Bis Ende Juli soll die Angelegenheit geklärt sein.
DFB-Zuschuss zum Deisler-Gehalt
Deisler, der vor dieser Saison für rund neun Millionen Euro Ablösesumme von Hertha BSC nach München gewechselt war, hatte sich am 18. Mai im Länderspiel gegen Österreich einen Knorpelschaden am rechten Knie zugezogen. In zwei Wochen muss der 22-Jährige zum zweiten Mal von Richard Steadman in Vail operiert werden. Mit einem Comeback im Bayern-Team wird im November gerechnet. Hoeneß hatte den
DFB vor der Weltmeisterschaft aufgefordert, zu Deislers Gehalt von geschätzten vier Millionen Euro jährlich einen Zuschuss beizusteuern. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder habe Gesprächsbereitschaft
gezeigt, berichtete der Bayern-Manager nun.
Deisler ist bislang mit seinen Rehabilitations-Fortschritten zufrieden. Der Jungstar hat die Mannschaft an den Tegernsee begleitet, macht mit einem eigenen Betreuer Krafttraining. "Für mich ist es besser, hier zu sein. Das macht mehr Spaß, als allein zu arbeiten", so der Ex-Berliner. Noch sei die Bewegungsfähigkeit nicht
hundertprozentig. "Natürlich ist es eine lange Zeit. Ich freue mich auf den Tag, an dem ich wieder mittrainieren kann. Das ist meine Motivation."
Zickler hofft auf Völlers Gedächtnis
Auch Alexander Zickler, dem ein Tumor in der Wade entfernt worden war, ist auf dem Wege der Besserung. Der Stürmer nimmt am Mannschaftstraining teil, jedoch hat der Nationalspieler nach wie vor Probleme. Den großen Zeh kann er wegen eines geschädigten Nervs nicht richtig bewegen. "Es ist eine Verletzung, mit der niemand rechnen konnte, schon gar nicht ein Leistungssportler", sagte Zickler. Nach dem Ausfall für die WM hofft er auf eine neue Chance in der Nationalelf: "Es würde mich freuen, wenn ich auch da eine Möglichkeit bekomme und Rudi Völler mich nicht vergisst."