Fankrawalle Drei Tote in Brasilien
Hamburg - Ein Anhänger des Erstligisten Ponte Preta aus Campinas, wurde am Montag von rund 15 Fans des Rivalen FC Sao Paulo zu Tode geprügelt, als er beim Kauf einer Eintrittskarte für das Lokalduell am Mittwoch an der Gästekasse vorbeikam. Zwei Tatverdächtige wurden noch vor Ort festgenommen.
Bereits am Sonntag mussten zwei Fans die Rivalität zwischen Spitzenclubs aus Sao Paulo mit dem Leben bezahlen. Vor dem Derby gegen Corinthians wurde ein Palmeiras-Anhänger bei einem Tumult an einer Metrostation mit einem Bauchschuss niedergestreckt. Nach der Partie (1:1) kam es zu weiteren Straßenkämpfen, die für einen Corinthians-Fan tödlich endeten - er starb an einem Kopfschuss.
Ein weiterer Fan wurde mit einem Schulterschuss ins Krankenhaus eingeliefert, befindet sich aber außer Lebensgefahr. Zudem musste ein Palmeiras-Anhänger seine Gewaltbereitschaft mit dem Verlust von drei Fingerspitzen bezahlen, als während des Spiels im Morumbi-Stadion ein selbst gebastelter Sprengsatz vorzeitig in seiner Hand explodierte.
Brasilien gehört weltweit zu den Staaten mit der höchsten Rate an Gewalttätigkeit. Vergangenes Jahr wurden im größten südamerikanischen Land rund 36.000 Menschen durch Schusswaffen getötet. Nach Angaben der Unesco hat nur Venezuela eine noch höhere Tötungsrate.