"Fußball seiner Wurzeln beraubt" Fan-Organisationen beenden Dialog mit DFB und DFL
Fanprotest gegen den DFB am vergangenen Wochenende
Foto: Patrick Seeger/ dpaDer Zusammenschluss der Fanszenen in Deutschland hat den Dialog mit dem DFB und der DFL aufgekündigt. In den vergangenen Monaten habe sich der Eindruck manifestiert, "dass der Fußballsport noch weiter seiner sozialen und kulturellen Wurzeln beraubt werden soll, um ihn auf dem Altar der Profitgier von den Verbänden auszunehmen", begründete das Fanbündnis am Dienstag in einem Statement seinen Ausstieg aus den Gesprächen mit den Dachorganisationen des deutschen Fußballs.
Als Beispiele wurden die Einführung von Montagsspielen in der 3. Liga, der aus Sicht der Fans weiterhin willkürliche Strafenkatalog des DFB, mangelnde Transparenz bei der Aufarbeitung der WM-Affäre 2006 sowie die "vermeintliche Neuregelung der Regionalligen", die zu einem Glücksspiel umfunktioniert worden sei, genannt. "Aus diesem Grund sehen wir keine andere Möglichkeit, als die Gespräche mit sofortiger Wirkung zu beenden und den Protest noch engagierter als zuvor in die Stadien zu tragen", heißt es in der Mitteilung.
In den zwei Gesprächen seit vergangenem Sommer habe sich der Eindruck verfestigt, "man wolle diesen Dialog wie in den vergangenen Jahrzehnten nutzen, um mit einem medienwirksamen Gesprächsangebot und netten Worten die Taten um jeden Preis zu vermeiden", heißt es weiter in der Stellungnahme.
DFB und DFL haben mit Bedauern darauf reagiert. Der Deutsche Fußball-Bund und die Deutsche Fußball Liga verwiesen in ihren Erklärungen jeweils darauf, dass bei zwei Treffen wegweisende Veränderungen angestoßen worden seien. Dazu zählten unter anderem die Aussetzung der Kollektivstrafen für Vereine bei Verstößen von Fans und das Bekenntnis zum Erhalt der Stehplätze. Ungeachtet der Ankündigung würden DFB und DFL die Kommunikation mit den Fans auf verschiedenen Ebenen fortsetzen.